„Rasanter Abbau des Finanzkapitals“
Insgesamt knapp 5,9 Millionen Euro will Velen im kommenden Jahr investieren. Das klappt nicht ohne Griff in ihre Rücklagen. Wegen der deutlichen Verschlechterungen auf der Einnahmenseite lasse sich - anders als in den Vorjahren - der gemeindliche Finanzierungsanteil nicht aus dem laufenden Haushalt bezahlen. Folge: Die liquiden Mittel der Kommune schmelzen von 11,7 (2009) auf 2,8 Millionen Euro (2013), prognostizierte der Bürgermeister einen „rasanten Abbau unseres Finanzkapitals“.
Wo lässt sich Geld sparen, wo können Kosten gesenkt werden? - jede Maßnahme komme auf den Prüfstand. „Es darf nicht sein, dass wir uns unseren Handlungsspielraum für die Zeit nach 2013 völlig nehmen“, betonte der Bürgermeister. Er riet zur Zurückhaltung bei zusätzlichen Projekten; dies vor allem, wenn die Gemeinde sie nicht nur mitfinanzieren, sondern komplett selbst bezahlen müsse.
Die Kreisumlage sei inzwischen so hoch, dass sie die Kommunen „in eine wirklich brenzliche Situation bringt“, kritisierte Schulze Pellengahr. Sein Appell in Richtung Kreis: ernsthaft sparen.
Viel Geld will die Gemeinde 2010 in den Bildungsstandort Velen stecken. Für rund 2,7 Millionen Euro wird die Andreasschule umfassend saniert. Davon schultert Velen einen Eigenanteil von rund 950.000 Euro, „gut investiertes Geld“, so Schulze Pellengahr. Die schulpolitische Entwicklung beobachten, ehe nach der Mensa der geplante zweite Bauabschnitt verwirklicht wird - so die Überlegung für die Paulusschule. 495.000 Euro kostet die Mensa an der Realschule - die Gemeinde zahlt davon rund 350.000 Euro. Ein weiteres Thema: die Ganztagsangebote von Schulen.
2010 soll die Kirchplatz-Umgestaltung starten - die Gemeinde trägt 775.000 Euro der Gesamtkosten von 1,8 Millionen Euro. Die Alte Molkerei soll im März ihrer Bestimmung übergeben werden, gemeindlicher Zuschuss: 100.000 Euro.
Weitere Investitionen im Rahmen des Konjunkturpakets II: Renovierungen in den Freibädern Velen (135.000 Euro) und Ramsdorf (95.000 Euro), Sanierung der Feuerwehr-Gerätehäuser (300.000 Euro), Verlegung von Lehrrohren für das Breitbandnetz (500.000 Euro). Dazu kommen unter anderen die Sanierung von Wirtschaftswegen (423.000 Euro) und die Erschließung des nächsten Abschnitts im Baugebiet Beckhook (320.000 Euro).