Umweltausschuss redet künftig mit...
Bei der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt sind viele alte Bäume gefällt und neue gepflanzt worden. (Foto: Plettenberg)Die Verwaltung hatte einen Stammumfang von mehr als 80 Zentimetern vorgeschlagen. Das lehntedie CDU-Mehrheit (neun Stimmen) ab, UWG und SPD enthielten sich, Franz Schlüter (Grüne) stimmte dafür. Ebenfalls nicht durchsetzen konnte sich der UWG-/SPD-Vorschlag: Ab einem Stammunfang von mehr als einem Meter sollte der Umweltausschuss einbezogen werden. UWG (3 Stimmen), SPD (2), Grüner (1) plädierten dafür - die CDU (9) lehnte ab. Gegen die Stimmen der übrigen Fraktionen setzten die Christdemokraten schließlich ihre Anregung durch: Wenn der Stamm mindestens 1,20 Meter dick ist, entscheidet künftig der Umweltausschuss über das Fällen von Bäumen auf gemeindeeigenen Flächen. Nach zwei Jahren will man prüfen, ob diese Regelung den praktischen Erfordernissen entspricht. Das letzte Wort in der Sache hat der Rat am 23. November.
Wer befasst sich mit dem Thema - der Umwelt- oder der Planungsausschuss? Diese Frage war rasch beantwortet: Der Umweltausschuss. Wegen des thematischen Zusammenhangs und der damit verbundenen Fachkompetenz im Gremium sei es sinnvoll, solche Fragen dort zu entscheiden, hieß es. Das Gegenargument - er tage so selten - war rasch entkräftet: Wenn Fällaktionen anstünden, müsse eben eine Sitzung anberaumt werden, so Franz-Josef Schwers (UWG).
Das Thema sei akut geworden, weil Bürger das Abholzen von Bäumen beklagt hätten, sagte Günter Zaborski (SPD). Gerade in jüngster Zeit seien viele Bäume verschwunden, „darunter auch uralte, die nicht hätten fallen dürfen“, oder die beiden Bäume vor dem Rathaus, sah er einen Widerspruch zum Titel „Gemeinde im Grünen“. Deswegen plädierte er dafür, den Stammumfang niedriger anzusetzen. Ähnlich Hans-Joachim Eckerth (SPD): In den vergangenen zwölf Monaten seien viele Bäume verschwunden, „und in vielen Fällen kann ich nicht nachvollziehen, warum“. CDU-Fraktionschef Günther Kremer hielt dagegen: Es seien aber auch zahlreiche neue Bäume und Sträucher angepflanzt worden. Außerdem betonte er, dass sich die neue Regelung nur auf gemeindeeigene Flächen, nicht aber auf Privatbesitz beziehe. Ein weiteres Argument aus der CDU-Fraktion: die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde. Franz Schlüter (Bündnis 90/Die Grünen) wollte neben dem Stammumfang auch das Alter der Bäume berücksichtigt wissen. Das Maß von 80 Zentimetern sei ein Erfahrungswert aus Baumschutzsatzungen anderer Städte.
Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr wies darauf hin, dass die Gemeinde vorher keine solche Regelung hatte. Er versicherte: Wenn über bedeutsame Bäume mit geringerem Umfang entschieden werden müsse, werde die Verwaltung dies auch der Politik vorlegen.