CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Nur zwei Stimmen Vorsprung für Günther Kremer

Velen (git). Bei so viel politischer Brisanz ging Eckart Ballenthin als Versammlungsleiter des CDU-Gemeindeparteitags auf Nummer Sicher: Bei der Stichwahl für die Kandidatur im Bezirk 11 hier traten Günther Kremer (Vorsitzender der Ratsfraktion) und Karl-Heinz Hellmann gegeneinander an ließ der CDU-Kreisgeschäftsführer die Stimmzettel viermal auszählen. Das Ergebnis: Kremer erhielt mit 65 Stimmen gerade einmal zwei mehr als Hellmann.
Ratsmitglied Hubert Rölfing hatte Karl-Heinz Hellmann als Gegenkandidaten für Kremer vorgeschlagen. Hellmann, gelernter Diplom-Informatiker, 49 Jahre, verheiratet, vier Kinder, wohnhaft in Velen, erklärte bei seiner Vorstellung: "Ich verfolge seit Jahren die Entscheidungsabläufe in der Gemeinde und möchte aktiv daran mitarbeiten." Und weiter: "Mein politisches Anliegen ist der Mensch." Dem solle es in wirtschaftlicher, politischer und sozialer Hinsicht gut gehen.

Günther Kremer (51) wies in seiner Vorstellung auf die gute Arbeit hin, die die Fraktion in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Entscheidungen geleistet habe. Als Beispiele nannte er die Verabschiedung des Landschaftsplans, die Änderung der Grundsteuer A und die Überplanung von Pastors Busch. Als politischer Gegenpol zum parteilosen Bürgermeister habe die CDU-Fraktion stets einen konstruktiven Dialog mit der Verwaltung geführt, ohne aber darauf zu verzichten, ihre eigene Position durchzusetzen. Als Beispiel nannte er die Stellenausschreibungen für den Ersten Beigeordneten und den Kämmerer.

"Aus nicht nachvollziehbaren Gründen", so Kremer, sei nun ein Gegenkandidat aufgestellt worden. Als er von diesen Bestrebungen gehört habe, habe er in der jüngsten Fraktionssitzung die Vertrauensfrage gestellt. Mit zehn Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und einer Enthaltung sei das Ergebnis für ihn "äußerst positiv" ausgefallen, sagte Kremer. Der Bäcker- und Konditormeister unterstrich: "Die Arbeit in der Fraktion macht mir nach wie vor viel Freude."

Vor dem Wahl-Prozedere hatten die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der Senioren-Union (SU), Änne Dieker und Günter Rölfing, noch eine Erklärung abgegeben. Darin heißt es, dass der SU-Vorsitzende Jochen Essink beim Verteilen der Einladung für die Wahlversammlung versucht habe, für einen bestimmten Kandidaten zu werben. Dabei habe es sich um Kremer gehandelt, sagte Rölfing gegenüber der BZ. Es sei "der Anschein entstanden, als sei die Wahl dieses bestimmten Kandidaten im Sinne des Vorstands der SU und würde somit von ihm befürwortet", heißt es in der Erklärung. Darin distanzierten sich Rölfing und Dieker ausrücklich "von dieser Art der versuchten Wahlbeeinflussung."