Einstimmig hat der Rat der Gemeinde Velen in seiner gestrigen Ratssitzung das Ziel auf den Weg gebracht, wirtschaftsfreundschaftlichste Gemeinde im Kreis Borken zu werden. Zuvor hatten die Vertreter aller Fraktionen und Gruppierungen noch einmal den Erfolg den bisherigen Anstrengungen dargestellt.
Die Fraktionen waren sich darüber einig, dass die bisherigen Bemühungen vor dem Hintergrund des aktuellen Flächenangebots in der Gemeinde verstärkt werden sollen. Noch nie in der Geschichte der Gemeinde Velen hatte die Gemeinde soviel planreife Flächen zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben im Angebot.
Ob es in Ramsdorf ca. 10 ha Gewerbe- und Industriegebiet im Bereich der Siemensstraße oder in Velen in Erweiterung des bestehenden Gewerbegebietes Velen-Ost weitere 30 ha sind: Ansiedlungswilligen Unternehmen wird für 25 Euro inklusive Erschließung viel Platz geboten.
Mit der Sonderbaufläche Hülsebrock mit 10 ha im Bereich Nordvelen ist eine weitere Fläche im Angebot, die für abfallaffines Gewerbe im Anschluss an die Entsorgungsanlagen der EGW vorgesehen sind.
Aufgrund der Vorbereitung im Hauptausschuss herrschte in der Ratssitzung schnell Einigkeit: Ohne zusätzlichen Personal- und Geldaufwand ist dieses Ziel nicht zu erreichen, so Bürgermeister Groß-Holtick. Dem schlossen sich die Vertreter aller Fraktionen an, sodass neben einer zusätzlichen Stelle befristet für fünf Jahre auch 250.000 Euro in den nächsten fünf Jahren zusätzlich für besondere Aktionen zur Ansiedlung weiterer Unternehmen zur Verfügung gestellt werden.
Auf Antrag von Günther Kremer (CDU) wurden folgenden Beschlüsse gefasst:
1.
Die Gemeinde Velen verstärkt mit besonderem Schwerpunkt ihre Bemühungen, die Rahmenbedingungen zu verbessern, damit sich bestehende Betriebe bei Bedarf erweitern und neue Betriebe in Velen und Ramsdorf ansiedeln zu können, um auf diese Weise neue Arbeitsplätze zu schaffen.
2.
Die Gemeinde Velen soll sich zur „wirtschaftsfreundlichen Gemeinde“ im Kreis Borken entwickeln. Rat und Verwaltung vereinbaren daher als gemeinsames Ziel, die in ihren Möglichkeiten und Zuständigkeiten stehenden Maßnahmen zu treffen bzw. Gespräche mit übergeordneten Stellen zu führen, um das Klima für Handel und Gewerbe in unserer Gemeinde nachhaltig zu verbessern. Neben der Schaffung der erforderlichen Infrastruktur (z. B. Autobahnanschluss A 31 und Breitbandversorgung in den Gewerbegebieten) gehört auch die besondere Kontaktpflege zu den Unternehmen („offenes Ohr“ von Rat und Verwaltung) sowie die Begleitung und die fachliche Hilfestellung der Gewerbetreibenden bei Antragsverfahren (z. B. Baugenehmigungsverfahren) durch die Verwaltung zu diesem Maßnahmepaket.
3.
Um die Wirtschaftsförderung auch personell und finanziell entsprechend auszustatten, soll befristet für die Zeit von fünf Jahren zum 01.01.2009 eine Fachkraft eingestellt werden, die im zuständigen Geschäftsbereich des Fachbereichs III (Herr Hund) eingesetzt werden soll. Nach vorhergehender Ist-Analyse soll sie dem Rat geeignete Maßnahmen und Projekte zur Wirtschaftsförderung vorschlagen, um die in Ziffern 1 und 2 umschriebenen Ziele mittelfristig zu erreichen. Für die Haushaltsjahre 2009 bis 2013 soll zur Projektförderung zusätzlich ein Haushaltsansatz von 50.000 Euro mit Sperrvermerk eingebracht werden, der in den nächsten Jahren je nach konkret vorgeschlagener Maßnahme entsprechend fortgeschrieben werden soll.
4.
Die Verwaltung wird beauftragt, jährlich dem Rat konkret und umfassend Bericht über den Stand der Beschlüsse, Maßnahmen und Projekte zu erstatten.