CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

"Mit Wehmut und mit Freude"

Velen/Ramsdorf (git). Johannes Maus (Ramsdorf) legt zum 31. August sein Amt als erster stellvertretender Bürgermeister nieder. Das hat er Bürgermeister Ralf Groß-Holtick schriftlich mitgeteilt. In der Ratssitzung am 1. September soll dann der Nachfolger gewählt werden. Für diesen Posten schlägt die CDU, die als stärkste Ratsfraktion den ersten stellvertretenden Bürgermeister stellt, Michael Borghorst (Velen) vor. Laut Gemeindeordnung wird der Bürgermeister-Stellvertreter in geheimer Abstimmung ohne vorherige Aussprache gewählt.
Johannes Maus (56) hängt nach fast neun Jahren sein Amt als erster stellvertretender Bürgermeister an den Nagel. (Foto: Jüttemeier)Johannes Maus (56) hängt nach fast neun Jahren sein Amt als erster stellvertretender Bürgermeister an den Nagel. (Foto: Jüttemeier)
"Ich scheide mit Wehmut und mit Freude", betont Johannes Maus. In erster Linie führt er gesundheitliche Gründe für diesen Schritt an: Er müsse ein bisschen kürzer treten. "Gesundheit ist wichtiger als Politik", sagt der 56-Jährige. Außerdem habe sich seine berufliche Situation geändert somit stehe ihm weniger Zeit zur Verfügung.





Seit Januar ist der städtische Angestellte stellvertretender Personalrats-Vorsitzender bei der Stadtverwaltung in Münster (rund 4000 Mitarbeiter), im Juli wurde er für weitere vier Jahre in dieser Funktion bestätigt.

Das Amt des ersten Bürgermeister-Stellvertreters in der Gemeinde Velen übt Maus seit Oktober 1999 aus. In dieser Position hat er als Repräsentant der Kommune unzähligen Bürgern zu Geburtstagen und Goldhochzeiten gratuliert, Ausstellungen eröffnet, an Empfängen teilgenommen, ist in Vereinen präsent...

Kraft Amtes ist er darüber hinaus stellvertretender Vorsitzender im Haupt- und Finanzausschuss des Gemeinderates, gehört dem Ältestenrat sowie dem Vorstand der Stiftung "agri cultura" an und leitet in Vertretung des hauptamtlichen Bürgermeisters Ratssitzungen.

Ingesamt eine zeitintensive Aufgabe, bilanziert Johannes Maus nach fast neun Jahren und erinnert sich gleichzeitig an "viele schöne Momente". "Ich habe die Tätigkeit immer gern ausgeübt, aber irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sagt: Es ist genug", schildert er, dass sich nach so vielen Jahren auch ein bisschen Amtsmüdigkeit eingeschlichen habe. Außerdem wünsche er sich mehr Zeit fürs Privatleben.

Als politisches Zeichen will er seinen Schritt nicht verstanden wissen. Denn dazu, so Maus, habe das Amt des ersten stellvertretenden Bürgermeisters politisch zu wenig Gewicht.

Die Kommunalpolitik komplett an den Nagel hängen wird der Ramsdorfer jedoch nicht. In Gemeinderat und Kreistag will er sich weiterhin engagieren allerdings nicht in besonderer Funktion. Und: Bei der Kommunalwahl 2009 möchte er noch einmal kandidieren.