Velen (git). Sie haben gemauert, das Dach gerichtet und gedeckt, Leitungen verlegt, gestrichen, Handlangerarbeiten geleistet oder auch das Projekt finanziell unterstützt... Sie haben Sponsoren gesucht und Spenden gesammelt. Sie haben gemeinsam musiziert und den Erlös gestiftet: Velener und Ramsdorfer Vereine krempelten die Ärmel auf und erichteten das Stuhllager an der Thesingbachhalle in Eigenregie. Außerdem trugen sie den Löwenanteil beim Kauf der Stühle. Wegen dieses vielfältigen Engagements hat der Rat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die noch fehlenden 6834 Euro zur Komplettierung der Bestuhlung aus der Gemeindekasse draufzulegen. Das Geld fließt aus den Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer.
Hausmeister Norbert Bone mit einem Teil der 400 bereits angeschafften Stühle. Weitere 200 sind bestellt. (Foto: Jüttemeier)"Wir haben unser Ziel erreicht. Das Stuhllager ist gebaut worden, und insgesamt 600 Stühle stehen zur Verfügung, beziehungsweise sind bestellt", freut sich denn auch Projektleiter Norbert Lammering. Er wertet die Gemeinschaftsleistung als "einen großen Erfolg für das Gemeinwohl".
Kolping-Vorsitzender Carsten Wendler (CDU) dankte während der Ratssitzung den Vereinen und Sponsoren für ihr Engagement ebenso wie der Gemeinde, die den Restbetrag zur Verfügung stellt. Die CDU hatte laut Wendler vorgeschlagen, dass die Kommune den Fehlbetrag für die noch fehlenden 120 Stühle übernehmen sollte. Dies auch, um die günstigere Festpreis-Bindung vor Fristablauf nutzen zu können.
Auf Initiative der Velener und Ramsdorfer Vereine hatten die Mittel zur Anschaffung von 480 Stühlen gereicht. Beim Gemeinschaftskonzert von Musikverein Velen, Vereinigten Spielleuten Velen und Spielmannszug Ramsdorf im November konnten die Zuhörer die neuen Sitzgelegenheiten aus Holz mit braunem Mikrofaserbezug bereits testen. Sie ersetzen die alten orangefarbenen Plastikstühle, die zudem größtenteils vor Veranstaltungen erst in die Thesingbachhalle transportiert werden mussten.
Bei der ersten Bestellung waren 400 Stühle geordert worden. Die restlichen 200 sollen in Kürze geliefert werden, so Erster Beigeordneter Werner Peters.
Durch ihre Eigenleistung haben die Vereine laut Norbert Lammering etwa 24.000 Euro erwirtschaftet beim Bau des Stuhllagers, durch Spenden und durch das Gemeinschaftskonzert.
Die Gemeinde stellte für den Hallenanbau insgesamt 15.000 Euro für Material sowie weitere 15.000 Euro als Grundstock für den Stuhlkauf zur Vefügung, so Werner Peters. Außerdem legte sie jetzt noch die 6.834 Euro drauf, um das ehrenamtliche Engagement zu würdigen. Die 600 Stühle allein kosten insgesamt rund 36.000 Euro, rechnete der Erste Beigeordnete vor.
Zur Erinnerung: Beim Streit und dem Bürgerbegehren Mitte der 90-er Jahre um die Mehrzweck-Nutzung hatten die Beteiligten vereinbart, dass die Kommune die Halle baut und die Vereine für das Mobilar zur Mehrzweck-Nutzung sorgen.