VELEN (js). Thomas Kerkhoff aus Velen könnte im Oktober den Rathaus-Chefsessel in Gescher von Hubert Effkemann übernehmen. Der 33-jährige Jurist und Diplom-Verwaltungswirt stellte sich dem CDU-Vorstand in Gescher vor und wurde einstimmig Bürgermeisterkandidat.
Die Mitgliederversammlung der Partei im März soll Kerkhoff nominieren. „Thomas Kerkhoff bringt alle fachlichen Voraussetzungen mit. Und der menschliche Faktor passt auch“, sagte sich Stadtverbandsvorsitzender Ferdinand Hölter. Er wünsche sich eine breite Unterstützung in Gescher für den Verwaltungsfachmann – auch von den anderen Parteien.
Zurzeit arbeitet Kerkhoff als Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Hamm mit dem Schwerpunkt öffentliches Recht. In der Stadt Velen ist der gebürtige Borkener seit 2004 Ratsmitglied und stellvertretender CDU-Fraktionssprecher.
„Das Kommunale fesselt mich seit Jahren“, sagt Kerkhoff. Nun biete sich die Chance, auf die „Profi-Ebene“ zu wechseln. Als die Anfrage von Hölter kam, ob er für eine Kandidatur in Gescher zur Verfügung stehe, habe er sich 24 Stunden Bedenkzeit erbeten. „Samstags hatte ich angerufen, sonntags kam die Zusage“, berichtete Hölter.
Damit ist die Arbeit der Findungskommission in der CDU (Steffi Pohl, Carsten Thien, Andreas Hemsing, Egbert Kock und Ferdi Hölter) abgeschlossen. Hemsing berichtet, Kerkhoff bringe die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen mit, die die CDU vom neuen Verwaltungschef in Gescher erwarte. Von Vorteil sei sicher auch, dass Kerkhoff nicht nur die Verwaltungsseite kenne, sondern auch Kommunalpolitiker sei. Vorstand und Fraktion wollen nun ausloten, ob auch andere Parteien in Gescher den CDU-Kandidaten unterstützen. Hölter: „Je breiter die Unterstützung, desto besser.“
Berührungspunkte mit Gescher habe es immer mal wieder gegeben, sagte Kerkhoff. Er erinnere sich an ein Praktikum bei Rechtsanwalt Brefeld und an Tagungen der Jungen Union in Gescher. Auch zur Stadtverwaltung habe es schon berufliche Kontakte gegeben. Dass es in der Gescheraner Politik eine „intensivere Streitkultur“ gebe als beispielsweise in Velen, habe er ebenfalls mitbekommen.
Beim anstehenden Wahlkampf will Kerkhoff „in das gesellschaftliche Leben eintauchen“. Gesprächseinladungen von Gruppen und Vereinen nehme er gerne an, auch Hausbesuche in der Sommerzeit könne er sich gut vorstellen. Dass die Konsolidierung der städtischen Finanzen in Gescher eine zentrale Aufgabe sein werde, liege auf der Hand. „Die Finanzen sind der mittelbare Faktor für alles andere“, sagte Kerkhoff. Es gelte, Prozesse einzuleiten, um mittelfristig wieder Handlungsspielräume zu eröffnen. Hier könne Gescher auf seine Gewerbestruktur und auf die günstige verkehrstechnische Lage aufbauen. Die Bürgermeisterwahl findet am 13. September statt, die Amtszeit beginnt am 21. Oktober. Sollte Kerkhoff gewählt werden, will er mit seiner Frau auf jeden Fall nach Gescher ziehen: „Das ist für mich unabdingbar.“ Auch mehrere Amtszeiten könne er sich hier vorstellen. Kerkhoff: „Ich komme aus dieser Region und möchte hier bleiben.“