VELEN. 111 Euro errechnete das Bauamt der Stadt Velen als Kaufpreis pro Quadratmeter für ein vollerschlossenes Grundstück im Baugebiet Häämkes Diik. Hinzu kämen 1390 Euro pro Grundstück für die Kontrollschächte (die BZ berichtete). „Zu teuer“, meinen zwölf der rund 40 Bewerber für eines der insgesamt 89 Grundstücke.
Die Einwände veranlassten den Haupt- und Finanzausschuss am Montagabend dazu, die Verwaltung damit zu beauftragen, noch einmal zu rechnen. Vor allem soll die Verwaltung prüfen, ob es für den Ausbau des Winningweges als Erschließungsstraße einen für die künftigen Anlieger günstigeren Abrechnungsmodus gibt. Im Klartext: Es soll geklärt werden, ob die Stadt einen höheren Anteil als zehn Prozent der Kosten übernehmen kann.
CDU-Fraktionsvorsitzender Günther Kremer hatte den Gedanken in die Diskussion eingebracht. Er regte an, „die Präferenz des Winningweges zu betrachten“. Schließlich werde dieser nach dem Ausbau „mehr frequentiert“. Franz-Josef Schwers (UWG) schloss sich dieser Argumentation an und plädierte ebenfalls dafür, „den Gemeindeanteil angemessen zu erhöhen“.
Der Tatsache, dass der Winningweg künftig stärker befahren wird als bisher, widersprach auch Engelbert Volks (SPD) nicht. Dennoch warnte er davor, „einen Präzedenzfall zu schaffen“. Zehn Prozent der veranschlagten Kosten von rund 440.000 Euro, die die Stadt finanziert, „sind kein Pappenstiel“. Wenn man hier nun den städtischen Anteil erhöhe, müsse man sich auf weitere Diskussionen dieser Art gefasst machen.
Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr schloss eine „Subvention mit öffentlichen Geld“ nicht aus, „wenn diese von der Politik gewünscht“ werde. Er verwies jedoch darauf, dass der Winningweg „komplett aus dem Wirtschaftswegeprogramm finanziert worden ist“. Jetzt gehe es ausschließlich um die Kosten für die Erweiterung, die Bauamtsleiter Wilhelm Jöster zuvor erläutert hatte. Danach ist geplant, den Winningweg auf einer Länge von 650 Meter auf zwei Fahrspuren mit einer Breite von 5,50 Meter zu erweitern. Geh- und Radwege, die möglicherweise später gefordert würden, seien derzeit noch nicht in den Kosten berücksichtigt. Den Anteil, den künftige Anlieger im Häämkes Diik sowohl bei einem Kauf- als auch bei einem Erbpacht-Grundstück zu zahlen hätten, errechnete Jöster mit 9,50 Euro pro Quadratmeter.
Der derzeit von Wilhelm Jöster ermittelte Kaufpreis für ein vollerschlossenes Grundstück von 111 Euro pro Quadratmeter hat laut Bürgermeister „ein vertretbares Niveau im Vergleich zu den Nachbarkommunen“. Die Kritik einiger Bewerber führte er darauf zurück, dass zum Zeitpunkt der Informationsveranstaltung zum Nahwärmekonzept (die BZ berichtete) die Kosten noch nicht ermittelt gewesen seien und er seinerzeit die Kosten auf „rund 100 Euro“ geschätzt habe.