Bezeichnungen im Neubaugebiet Häämkes Diik
VELEN/RAMSDORF (pet). Neue Straßennamen für das Baugebiet Häämkes Diik hat der Stadtrat beschlossen. So wird es künftig eine verlängerte Schwester-Clematia-Straße sowie eine Bischof-Averkamp-Straße und eine Pfarrer-Niesert-Straße geben.
Letzere beiden Bezeichnungen hatte die CDU vorgeschlagen. Ludwig Averkamp (1927 bis 2013) war gebürtiger Velener und wurde nach seinem Studium 1954 zum Priester geweiht. Nach Stationen als Weihbischof in Münster und Osnabrück war Averkamp von 1995 bis 2002 erster Erzbischof der Erzdiözese Hamburg.
Auch mit der Benennung der Pfarrer-Niesert-Straße soll der Linie gefolgt werden, an Persönlichkeiten mit örtlichem Bezug zu erinnern. Zwar gelte Joseph Niesert (1766 bis 1841) als „schwierige Persönlichkeit“ im Umgang mit seinen Zeitgenossen und „verkopfter Wissenschaftler“, gleichwohl gelte er als der Begründer westfälischer Geschichtsforschung und habe sich bleibende Verdienste erworben, hieß es in der Ratssitzung. Niesert wirkte seit 1796 zunächst als Hauskaplan und Lehrer in Velen, bis zu seinem Tod im Jahr 1741 als Pfarrer von St. Andreas. Nach seinem Tode wurde seine mehr als 16.000 Bände umfassende Bibliothek versteigert.
Ein Teil des Erbes bildete später einen Grundstock für die Errichtung des Velener Krankenhauses. „Dies sollte versöhnen mit mancher Schrulligkeit“, stellte Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr in der Sitzung fest.
Für Josef Tillmans gibt es noch keine passende Straße. Auch seinen Namen hatte die CDU vorgeschlagen. Tillmans (1876 bis 1935) war ein bedeutender Lebensmittelchemiker. Nach ihm benannt werden sollte der zweite Abschnitt der Ramsdorfer Umgehungsstraße. Der Stadtrat einigte sich jedoch darauf, auch diesen Teil wie auch den künftigen Abschnitt der Ortsumfahrung Dlugoleka-Ring zu nennen und damit die polnische Partnerkommune zu würdigen. „Ein Ring ist ein Ring“, lautete die kurze und knappe Begründung des CDU-Fraktionsvorsitzenden Günther Kremer.
Vorerst nicht zum Zuge kommen Vorschläge des Heimatvereins, im Häämkes Diik Vogelnamen für die Benennung heranzuziehen wie zum Beispiel Specht-, Drossel- oder Kleiberweg, da diese Arten dort schon einmal gesehen worden seien.