CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Biogasanlage als größter Streitpunkt

Politische Gesprächsrunde der Kolpingsfamilie vor der Kommunalwahl

VELEN (tha). Ist die Besucherzahl ein Indikator für die Zufriedenheit mit der Politik in der Stadt, so dürften in Ramsdorf und Velen fast nur zufriedene Bürger wohnen. Zur dritten Auflage der Gesprächsrunde „Bürger fragen – Politiker antworten“, veranstaltet von der Kolpingsfamilie, zog es nur 25 Interessierte ins Pfarrheim.
Diese erlebten aber einen unterhaltsamen Abend mit Vertretern der vier Ratsfraktionen sowie dem erneut für das Bürgermeisteramt kandidierenden Amtsinhaber Dr. Christian Schulze Pellengahr. Die Themen Soziales, Wohnen in den Ortsteilen und Freizeit hatten alle vorab erhalten, und so brauchte Moderator Helmut Essink kaum einzugreifen.

Fast einhellig meinten die politischen Vertreter, dass Velen sich recht gut auf den drohenden demographischen Wandel eingestellt habe. Doch neben der Ansiedlung neuer Familien in den Wohngebieten Kuckelbeck oder Häämkes Diik regte Martin Düking (Bündnis 90/Die Grünen) eine intensive Nutzung von Bestandswohnungen an.

Größter Streitpunkt war die geplante Biogasanlage von RWE in Nordvelen. Martin Dirking und Franz Josef Schwers (UWG) lehnten sie aus ethischen Gründen und wegen fehlenden Einflusses der Gemeinde auf die Anlage ab. Während der Bürgermeister sie „als interessanten Ansatz zur Bekämpfung der Gülleproblematik“ bezeichnete, blickte Günther Kremer (CDU) primär auf neu entstehende Arbeitsplätze. Weitgehende Ablehnung zeigte die SPD. Engelbert Volks: „Wenn das Risiko zu groß ist, muss die Gemeinde auch bei einem großen Investor nein sagen dürfen.“

Der Bürgermeister verwies ferner auf Anstrengungen zum Ausbau der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Speziell nannte er die Offenen Ganztagsschulen, deren starre Zeiten vielen Familien missfallen. Neben der Schulpolitik wird auch der Ausbau des Mehrgenerationen-Wohnens als dringlich angesehen, wobei ein entsprechender Anlauf auf Gut Ross aus planungsrechtlichen Gründen teils mit Skepsis aufgenommen wird.

Als vorbildlich lobten alle Parteien das Nahwärme-Projekt am Häämkes Diik. Bei der Ansiedlung von Einzelhandel wird großer Handlungsbedarf gesehen. Doch könne die Stadt nicht direkt selbst eingreifen, wie etwa Carsten Wendler (CDU) betonte. Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, vor Ort einzukaufen, um den Kaufkraftabfluss zu stoppen.

Wesentlich entspannter ging es beim Thema Freizeitangebote in den beiden Ortsteilen zu. Alle Redner zeigten sich hinsichtlich der Zukunft der beiden Freibäder sehr optimistisch. „Wenn man von Lebensqualität spricht, muss es uns das Geld wert sein“, so Engelbert Volks (SPD). Darin war man sich auch mit der CDU einig. „Das ist ein Luxus, den wir uns erlauben“, sagte Carsten Wendler.

Bei den Bürgerfragen wurde der Wunsch nach mehr Schatten in den Freibädern einhellig begrüßt. Weitere Fragen drehten sich um die Schulgestaltung und die Biogasanlage in Nordvelen.