CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Käufer sollen Genossenschaft beitreten

Alternative Energieversorgung durch Nahwärme findet Zustimmung im Ausschuss

VELEN (rpl). Einzelheiten einer möglichen Nahwärmeversorgung im Baugebiet „Häämkes Diik“ haben die Initiatoren des Projektes am Mittwoch dem Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt. Gemeinsam mit zwei Vertretern des Ingenieurbüros „iNEG-Energie“ präsentierte Anton Sieverdingbeck als Mit-Initiator des Projektes eine Entwurfsplanung.
Sieverdingbeck, der selbst auch Mitglied des Planungsausschusses in der CDU-Fraktion ist, nahm dabei nicht als politischer Mandatsträger, sondern als Projekt-Initiator an der Sitzung teil, stellte der Ausschuss dazu klar. Um das Projekt umsetzen zu können, müssten eine ausreichenden Zahl von Abnehmern gewonnen werden, die bereit seien, sich ans Nahwärmenetz anzuschließen. Das erklärte iNEG-Sprecher Matthias Partetzke. Auf eine exakte Mindestteilnehmerzahl wollte sich der Referent trotz gezielter Nachfrage aus dem Ausschuss aber nicht einlassen.

Erreicht werden soll die Mindestteilnehmerzahl dadurch, dass die Grundstücke im „Häämkes Diik“ nur an Interessen abgegeben werden, die sich dem Nahwärmenetz anschließen, indem sie der geplanten Betreibergenossenschaft beitreten. Für diesen Beitritt müsse der Bauherr einen Genossenschaftsanteil in Höhe von 13.500 Euro je Anschluss erwerben. Dieser Betrag gelte bei einer Teilnahme von 89 der im Baugebiet vorhandenen 90 Grundstücke, erläuterte der Referent.

Dafür, so führte Partetzke weiter aus, entfalle für den Häuslebauer der Einbau einer eigenen Heizungsanlage. Anstatt das Warmwasser für Heizung und Dusche im eigenen Heizkessel erwärmen zu müssen, werde es ins Haus geliefert. Einsparungen ergäben sich dadurch auch bei den Folgekosten, etwa für Wartung oder Schornsteinfeger.

Als besonderen Vorteil der dezentralen Wärmeversorgung verwies Partetzke auf die Unabhängigkeit vom Gas- oder Ölpreis, da die Anlage überwiedgend mit nachwachsenden Rohstoffen beheizt werde.

Hinterfragt wurde im Ausschuss der mit dem Konzept verbundene „Anschlusszwang“. Dabei wurde auch die Möglichkeit diskutiert, eventuell einen geringen Teil der Grundstücke im Randbereich des Areals von der Anschlussverpflichtung auszunehmen. So könne man auch Interessenten, die eine andere Heizalternative verwirklichen wollten, ein Grundstück im „Häämkes Diik“ anbieten. Einen konkreten Beschluss dazu fasste das Gremium noch nicht.

Darüber hinaus fand das Modell der vorgestellten alternativen Energieversorgung fraktionsübergreifend Zustimmung. Einstimmig folgte der Ausschuss mit geringfügigen Änderungen dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Danach soll in einem ersten Schritt kurzfristig eine Informationsveranstaltung für Grundstücksinteressenten veranstaltet werden. Unmittelbar danach soll die Vermarktung der Baugrundstücke beginnen. Dabei soll in einer Versuchsphase bis zum Jahresende der Grundstückserwerb daran gekoppelt sein, dass der Käufer zugleich der geplanten Nahwärmegenossenschaft beitritt.

Mit dem Ergebnis dieser Vermarktungsphase soll sich der Rat zum Jahresende erneut befassen.