Ausschuss: Viele Fragen müssen vor der Zusammenlegung der Hauptschulen geklärt werden
RAMSDORF (git). Die Stühle reichten nicht aus, die Stehplätze wurden knapp: Rund 120 Schüler und Eltern verfolgten am Montagabend gespannt die Schulausschuss-Sitzung. So voll war der Burgsaal bei politischen Diskussionen nur, als vor Jahren die Entscheidungen über die Mülldeponie und die Zusammenlegung der damaligen Hauptschulen Velen und Ramsdorf anstanden, erinnerte sich Engelbert Volks. Jetzt ging es um die Zukunft der Paulus-Hauptschule – konkret: Um die beabsichtigte Zusammenlegung mit der Ludgerusschule und dem Unterricht in Heiden (die BZ berichtete).
Die Bezirksregierung Münster als Schulaufsicht habe der Stadt Anfang des Jahres die Kooperation der auslaufenden Hauptschulen Heiden und Ramsdorf schon zum nächsten Schuljahr nahegelegt, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen, berichtete Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr. „Jetzt geht es darum, das Wie auszugestalten.“ Der Spielraum der Stadt sei eingeschränkt, ihre Möglichkeiten „überschaubar“. Denn die Entscheidung unterliege der schulfachlichen Genehmigung der Behörde in Münster.
Ebenso wie der Bürgermeister versicherten die Sprecher aller Ratsfraktionen, dass man alles daransetzen werde, um das Beste für die Schüler aus dieser Situation zu machen – dies mit Blick auf Lehrerversorgung, Differenzierungsmöglichkeiten und Raumangebot. Dabei gelte die Regel: Je mehr Schüler, desto größer der Lehrer-Pool.
„Es ist wichtig, dass die Schüler optimal lernen und optimale Abschlüsse machen können“, sagte zum Beispiel Engelbert Volks. Der SPD-Fraktionschef weiter: Guter Unterricht sei ohne genügend Lehrer und ein ausreichendes Raumangebot nicht machbar.
Dabei drängt der Ausschuss besonders auf eine Förderung der Jugendlichen, die bald ihren Abschluss machen und sich mit dem Zeugnis bewerben müssen. Sie könnten am wenigsten Veränderung gebrauchen. „Nirgendwo steht auf dem Zeugnis: Wegen der Schulzusammenlegung habe ich schlechte Noten“, sagte der CDU-Fraktions-Vorsitzende Günther Kremer. Außerdem sei es wichtig, mit den Gerüchten aufzuräumen.
Bessere Möglichkeiten bei der Klassenbildung und bei der Differenzierung nach 10 A und 10 B nannte der Rektor der Paulus-Hauptschule, Bernd Kentrup, als Vorteile der Kooperation. Denn: Je kleiner die Schuleinheit, desto schwieriger werde die Ausstattung mit Lehrkräften. Üblicherweise würden die Klassen- und Fachlehrer von einem Jahrgang zum anderen „mitgenommen“, das solle auch bei der Kooperation so bleiben. Um den Wechsel so verträglich wie möglich zu gestalten, werde man bei der Bezirksregierung einfordern, dass die Lehrer ebenfalls nach Heiden wechselten, betonte Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr.
Welche Optionen es gebe, fragte Thomas Kerkhoff (CDU). Sollen die Hauptschulen in Ramsdorf und Heiden so bleiben wie sie sind? Sollen sie zum Schuljahr 2013/14 komplett in Heiden zusammen gelegt werden oder erst in einigen Jahren, wenn die Schüler noch weniger werden? Diese Fragen müssten beantwortet werden. Was wird aus dem Schulsozialarbeiter, wer übernimmt die Schulleitung, wie werden Ganztagsbetrieb, Mittagessen und Busverbindungen geregelt – auch dies muss die Verwaltung klären. Bis zur Informations-Veranstaltung für Schüler- und Elternschaft der Paulusschule im März sollen Antworten vorliegen.
Beifall erhielt Norbert van de Sand, der neben einer bestmöglichen Förderung der Hauptschüler auch Respekt und Wertschätzung für sie einforderte.