CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

„Wir wollen nicht nach Heiden!“

Schüler demonstrieren gegen Verlegung der Paulusschule / Ausschuss: Verwaltung soll Konzept erarbeiten

RAMSDORF (git/mr). „Wir wollen nicht nach Heiden. Wir wollen in Ramsdorf bleiben!“, protestierten Paulusschüler gestern Abend lautstark gegen ihre „Abschiebung“ in die Nachbargemeinde. Vor der Schulausschusssitzung, in der sich die Politiker unter anderem mit der Zukunft der Ramsdorfer Hauptschule beschäftigten, hatten sich die Fünft- bis Neuntklässler sowie Eltern auf dem Burgplatz versammelt. Mit selbst gemalten Plakaten und unüberhörbaren Protestrufen empfingen sie Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr und die Politiker, von denen sie sich – wie es auf den Plakaten zu lesen war – „betrogen“ und „belogen“ fühlen.
„Herr Schulze Pellengahr warum sollen wir jetzt nach Heiden?“, verlangte zum Beispiel Melissa (7. Klasse) eine persönliche Antwort vom Bürgermeister. Er erklärte ihr und ihren Mitschülern im kurzen Gespräch die Situation. Das Ergebnis allerdings war für die Siebtklässler unbefriedigend. „Ich möchte weiter hier zur Schule gehen“, so Melissa, „Wir sind jetzt endlich eine Klassengemeinschaft“, unterstützte sie Alexander (auch 7. Klasse). Er fürchtet, dass diese Gemeinschaft bei einem Wechsel nach Heiden auf der Strecke bleibt. „Und dann die neuen Lehrer und der weitere Schulweg“, fügte sein Freund an. „Das ist nicht zum Lachen“, machten die Schüler auf einem Plakat deutlich.

Gespannt verfolgten die etwa 120 Schüler und Eltern die anschließende Sitzung im Burgsaal. Einstimmig bei einer Enthaltung (Sigrid Stork, sachkundige Bürgerin der UWG) beauftragte der Schulausschuss die Verwaltung, bis zur Sitzung am 22. April ein Konzept für die weitere Beschulung der Paulusschüler ab dem Schuljahr 2013/14 vorzulegen. Die Leitziele dabei heißen: gute Lehrerversorgung und hinreichende Differenzierungsmöglichkeiten. Im März soll eine Info-Veranstaltung für die Schüler- und Elternschaft der Paulusschule samt Elternbefragung stattfinden.

Dem Beschluss vorangegangen war ein mehr als einstündiger Gedankenaustausch. Dabei betonten die Sprecher aller Ratsfraktionen sowie der Bürgermeister, dass es oberstes Ziel sei, „das Optimale für die Schüler herauszuholen“ und sie bestmöglich zu fördern. Beifall fand die Anregung von Rektor Norbert van de Sand (Walburgis-Grundschule), mit den fünften und sechsten Klassen der neuen Sekundarschule am Standort Velen zu starten. Dann wäre in der Paulusschule Platz für die Hauptschüler aus Ramsdorf und Heiden. Dieser Vorschlag soll – wie weitere Varianten – geprüft werden.