CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Gemeinde will Zebrastreifen

Ist ein Zebrastreifen an der Holthausener Straße (K14) in Höhe des K&K-Marktes notwendig, damit die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicher die Fahrbahn überqueren können? An dieser Frage scheiden sich die Geister.
Nach Willen des Rates soll auf der Holthausener Straße in Höhe des Lebensmittelmarkts ein Zebrastreifen angelegt werden. Die Gemeinde müsste die Kosten tragen, so der Kreis. Foto: JüttemeierNach Willen des Rates soll auf der Holthausener Straße in Höhe des Lebensmittelmarkts ein Zebrastreifen angelegt werden. Die Gemeinde müsste die Kosten tragen, so der Kreis. Foto: Jüttemeier
Der Kreis meint: Nein. Die Gemeinde Velen dagegen sieht durchaus Handlungsbedarf. Unbefriedigend nannte beispielsweise Rainer Nolden (CDU) in der jüngsten Ratssitzung die Situation - dies auch wegen der Lkw, die dort vom Parkplatz auf die Straße fahren, und der geplanten Geschäftserweiterung.

Der Rat war sich einig: Die Gemeinde hält am Zebrastreifen fest. Denn er biete "eine zusätzliche Sicherheit, vor allem für Fußgängfer aus dem Wohngebiet", die zum Einkaufen die Straße queren würden, erläuterte Erster Beigeordneter Werner Peters. Deswegen habe die Kommune jetzt beim Kreis beantragt, den Fußgängerüberweg einzurichten.

Nächster Schritt: "Wir müssen gucken, was notwendig ist, was es kostet, und wer die Kosten trägt", sagte Peters. Dazu will sich die Gemeinde mit Vertretern des Kreises zusammensetzen. Dessen Fachbereiche sind für den Verkehr und die Sicherheit auf der Kreisstraße sowie deren Unterhaltung zuständig.

Für Bernhard Sieverding, Abteilungsleiter Verkehrssicherheit beim Kreis, steht indes außer Frage: Mit Blick auf die Verkehrssicherheit gebe es keinen Handlungsbedarf, der Zebrastreifen sei nicht notwendig. Diese Einschätzung teile auch die Polizei.

Zählungen in dem Bereich belegten, dass etwa 1800 Fahrzeuge innerhalb von 24 Stunden auf der Holthausener Straße rollen. In Spitzenstunden liege die Belastung nicht über 200 Fahrzeugen. Laut Zählungen der Gemeinde würden rund 70 Fußgänger und Radler zu Spitzenzeiten die Straße überqueren. Messungen am 15. und 16. Februar zeigten zudem, dass an der Holthausener Straße "fast eine Situation herrsche, wie in Tempo-30-Zonen", sagte Sieverding. Denn die Fahrzeuge in Richtung Dorf seien durchschnittlich mit 34,6 Stundenkilometern unterwegs, in Gegenrichtung mit Tempo 31,7 km/h. Und: 85 Prozent der Autos in Richtung Ortsausgang würden dort nicht schneller als 39,1 km/h fahren, in Gegenrichtung höchstens 43 km/h. Zahlen, "die gegen einen Fußgänger-Überweg sprechen", hält Sieverding den Aufwand aus Sicht der Verkehrssicherheit nicht für gerechtfertigt. "Wer dort die Straße queren will, sieht die Autos lange vorher und hat alle Zeit der Welt, über die Fahrbahn zu gehen."

Wenn der Überweg trotzdem kommen soll, müsse ihn die Gemeinde bezahlen. Sieverding betont: "Es ist nicht damit getan, nur einen Zebrastreifen auf der Straße aufzutragen." Die Bordsteine müssten abgesenkt und der Bereich beleuchtet werden. Zudem müsse sichergestellt sein, dass die Fußgänger auf den kombinierten Geh-/Radwegen warten könnten, ohne dass die Pedalritter ihnen gefährlich nahe kämen.

Wenn die Gemeinde diese Rahmenbedingungen erfülle, könne der Kreis die Querungshilfe anordnen.