VELEN (git). Sollen Bäume zugunsten von Solaranlagen weichen? Darüber hat der Umweltausschuss während seiner jüngsten Sitzung diskutiert.
Politik und Verwaltung waren sich einig: Im öffentlichen Bereich sollen grundsätzlich keine gemeindeeigenen Bäume gefällt werden, um den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen zu optimieren. Das hat der Ausschuss einstimmig beschlossen.
Laut Verwaltung würden private Betreiber oft bemängeln, dass Bäume der Kommune, die auf öffentlichen Flächen wachsen, im Strahlungswinkel der Sonne stünden. Das verhindere eine bestmögliche Auslastung der Anlage. Deswegen hätten sich bereits häufig Privatpersonen bei Bauhof oder Verwaltung gemeldet mit dem Wunsch, diese Bäume zu fällen. Man könne aber nicht empfehlen, „dass aus individuellen, privaten und wirtschaftlichen Grünen das öffentliche Grün weichen muss“, heißt es dazu in der Vorlage der Verwaltung. Ihr Vorschlag: Um einheitlich vorzugehen und Präzedenzfälle auszuschließen, soll das Fällen von öffentlichen Bäumen zugunsten von Photovoltaik-Anlagen grundsätzlichb tabu sein.
„So sehr man diese Wünsche verstehen kann - aber hier beißen sich zwei Naturschutzbelange“, sprach sich Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr dafür aus, dass der Baum Vorrang habe. „Denn er war in der Regel vorher da.“ Bei Neupflanzungen könne man die Wünsche wohl berücksichtigen. Außerdem sollten die Bäume beschnitten werden können, wobei in Zweifelsfällen der Umweltausschuss darüber entscheiden solle.
„Wir sind für die Förderung erneuerbarer Energien - aber nur dort, wo ihre Nutzung unter normalen Bedingungen möglich ist“, sagte Hans-Joachim Eckerth (SPD). Wenn dafür Bäume abgeholzt werden würden, hieße das, die wirtschaftlichen Interessen von Einzelnen in den Vordergrund zu stellen. Hans-Dieter Döring (CDU) sprach sich dafür aus, auch Rückschnitte auszuschließen - denn sie könnten Ausmaße annehmen. Landschaftswart Josef Evers hielt eine Entscheidung von Fall zu Fall für angeraten. Zudem solle dem Antragsteller auferlegt werden woanders Ersatz zu pflanzen.