VELEN (git). Regionalplanung - ein „komplexe, teilweise trockene Materie, aber ungemein wichtig für die Gemeinde.“ Das sagte Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr. Während seiner Sitzung am Montagabend hat sich der Rat mit dem Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans Münsterland. befasst. Er stellt die Weichen für die künftige Entwicklung auch der Gemeinde bis zum Jahre 2025. Bis Ende Juli kann Velen Anregungen, Anträge und Bedenken vorbringen.
Reichen die im Regionalplan-Entwurf vorgesehenen Flächen für Gewerbe und Industrie? Die Verwaltung hat Bedenken. (Foto: Jüttemeier) Der weitere Zeitplan: Nach der „ersten Lesung“ und der Beratung in den Fraktionen kommt das Thema in der Planungsausschuss-Sitzung (27. Juni) auf den Tisch, ehe der Rat (4. Juli) die Stellungnahme verabschiedet. Bauamtsleiter Wilhelm Jöster erläuterte während der Sitzung zunächst den Entwurf und dessen Schwerpunkte.
Unter anderem diese Änderungen schlägt die Verwaltung vor:
Mehr Rechtssicherheit: Die Windkonzentrationszonen (BOR 16, 18 und 23) sollten so in den neuen Regionalplan übernommen werden, wie sie bereits im Flächennutzungsplan der Gemeinde dargestellt sind. Die Zonen sind bekanntlich so zugeschnitten, dass auf dem Nordvelener und dem Barger Esch keine Windmühlen entstehen können.
Außerdem hält die Gemeinde daran fest, dass bereits Windräder ab einer Gesamthöhe von 100 Metern und nicht erst ab 140 Metern bedeutsam für den Raum seien.
Der Nordvelener Esch soll als „Kulturlandschaft von besonderer Bedeutung“ aufgenommen werden. Diese Ausweisung habe allerdings nicht die Qualität von Natur- oder Landschaftsschutz, sagte der Bürgermeister auf Nachfrage.
Da die Bevölkerung der Gemeinde laut Prognose noch wächst, erhält sie zusätzlich zehn Hektar für Allgemeine Siedlungsbereiche. Diese Wohngebiete sollen vorhandene Bebauung abrunden:
- in Velen nordwestlich des Parkplatzes am neuen Friedhof sowie im Osten des Ortes südlich der Vennestraße in Richtung Entlastungsstraße.
- in Ramsdorf nordwestlich der Weseker Straße angrenzend an das Baugebiet Rosengarten sowie nordöstlich der Ostendorfer Straße, angrenzend an das Baugebiet Finkenkamp.
In allgemeinen Siedlungsbereich statt Gewerbe- und Industriebereich soll eine Fläche an der Harkingsbrügge, Ecke Holthausener Straße umgewandelt werden. Das schafft die Voraussetzungen, damit der dortige Lebensmittelmarkt - der einzige Vollsortimenter für Ramsdorfs Ortskern - in den nächsten Jahren seine Verkaufsfläche bis auf 1100 Quadratmeter erweitern kann.
Bedenken hat die Verwaltung, ob die im Regionalplan-Entwurf dargestellten Flächen für Gewerbe und Industrie tatsächlich bis 2025 ausreichen. Derzeit stehen noch etwa 21 Hektar freie Gewerbefläche zur Verfügung. Deswegen - so der Vorschlag aus Velen - sollte das angepeilte interkommunale Gewerbegebiet Velen/Gescher südlich der L 581 als weitere Fäche im Regionalplan aufgenommen werden. Bürgermeister Schulze Pellengahr betonte, dass ein Anschluss an die A31 auch erst dann realistisch sei, wenn dort ein solches Gewerbegebiet entstehe.
Die Verwaltung schlägt vor, den Schießstand des ehemaligen Bundeswehrstandorts in Borken per Regionalplan für eine zivile Nutzung als Schießanlage zugänglich zu machen. Die Fläche liegt auf Ramsdorfer Gebiet im Naturschutzgebiet „Lünsberg und Hombornquelle.“