CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

„Wir werden das Ding bauen“

VELEN (git). Kontroverse Debatte, eine geheime Abstimmung im Doppelpack und um 18.30 Uhr die Entscheidung: Am Wulfkampstadion wird zwischen der Tennishalle und der Firma Westrick ein Kunstrasenplatz gebaut. Das hat der Rat gestern mehrheitlich entschieden mit 15 Ja- und zehn Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung. Auf Antrag von UWG, SPD und Grünen votierten die Kommunalpolitiker geheim. Weil dabei Kritik am Verfahren laut wurde, ließ Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr die Abstimmung wiederholen. Die CDU-Fraktion war dabei mit 15 Mitgliedern vertreten, UWG: vier, SPD und Grüne: jeweils drei - dazu kam der Bürgermeister.
Die Nähte der Kunstrasenbahnen werden mit einem Spezialkleber verklebt. (Foto: Kraft GmbH Sportanlagenbau) Die Nähte der Kunstrasenbahnen werden mit einem Spezialkleber verklebt. (Foto: Kraft GmbH Sportanlagenbau)
Der Beschluss beinhaltet auch dies: Die Zuschüsse der Gemeinde für das Projekt dürfen maximal durchschnittlich 26.000 Euro/Jahr (Darlehnszins und -tilgung) für 2011 bis 2030 betragen und 2000 Euro/Jahr (Platzpflege) für 2011 bis 2025. Und: Was aus dem Tennenplatz an der Paulusschule wird, soll erst zusammen mit den Arbeiten am Aa-Stauwehr entschieden werden.

Der Entscheidung vorangegangen war eine Diskussion, in der die Fraktionen ihre Positionen bekräftigten: Die CDU sprach sich klar für das Projekt aus, UWG, SPD und Bündnis 90/Die Grünen dagegen.

Vergeblich hatte die UWG noch beantragt, auf den Sportplatz-Bau zu verzichten und stattdessen den Tennenplatz ohne Verkleinerung in Schuss zu bringen.

Ein Kunstrasenplatz sei zwar schön, aber wegen der Kosten nicht zu verantworten, betonte Franz-Josef Schwers. Der UWG-Fraktionsvorsitzende erinnerte an das ursprüngliche Ziel: die Verbesserung des Sportplatzes an der Schule. Beim neuen Kunstrasenplatz sei der Kostenanteil der Gemeinde erst auf rund 400.000 Euro begrenzt worden - inzwischen gehe man von fast 600.000 Euro aus. Und: Laut Finanzierungsvorschlag solle die Gemeinde nach zehn Jahren nun auch noch das Zinsrisiko tragen. „Dieses Gesamtkonzept halten wir nicht für mutig, sondern für verwegen, zu kostspielig und daher nicht vertretbar“, betonte Schwers.

Den Tennenplatz renovieren, den Kunstrasenplatz nicht bauen - dafür votierte auch die SPD. Als wichtigstes Gegenargument nannte SPD-Fraktionschef Engelbert Volks die hohen Kosten, die angesichts der Finanzlage nicht zu verantworten seien. Das hätten anfangs auch der Bürgermeister und Verwaltung so gesehen. Die „Kehrtwende“ (Volks) und der „Sinneswandel“ (Schwers) der Verwaltungsspitze seien nicht nachvollziehbar.

Volks rechnete vor: Unter günstigsten Bedingungen betrügen die Gesamtkosten 737.540 Euro, davon müsse die Gemeinde im besten Fall 550.000 Euro zahlen. Gleichzeitig wies er auf die Risiken bei Zinsen, Sponsoring und Muskelhypothek sowie auf weitere offene Fragen hin.

Prinzipiell stünden die Grünen zwar einem Kunstrasenplatz positiv gegenüber, wegen der Kosten lehnten sie ihn jedoch ab, erklärte Fraktionschef Manfred Grünrowsky. Und: Von den Vereinen werde ein hohes finanzielles Engagement gefordert, dass diese - wenn überhaupt - nur schwer bewältigten könnten.

Anders sah dies die CDU: „Die Vereine warten auf ein positives Startsignal der Politik. Wir bringen den Ball ins Rollen“, kündigte Fraktionsvorsitzender Günther Kremer das einstimmige Ja der CDU an. Er wies darauf hin, dass nun die Mitglieder von VfL und SF Nordvelen dem Vertragsentwurf zur Gründung eines Trägervereins zustimmen müssten, bevor das Projekt starte. Über die Vertragsausgestaltung dieses Vereins sei die Politik ständig zu informieren. „Wir werden das Ding bauen“, bekräftigte Johannes Maus (CDU).