CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Kicken auf Kunstrasen im Spätsommer?

VELEN (git). Mit 15 Ja- und zehn Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung hat der Rat den Grundsatzbeschluss zum Bau eines Kunstrasen-Sportplatzes am Wulfkampstadion gefasst (die BZ berichtete). Gleichzeitig gab ermit16 Ja- und zehn Neinstimmen grünes Licht für die Bebauungsplan-Änderung „Sport- und Freizeitgelände“ in Ramsdorf. Sie schafft die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Verwirklichung des Projekts.
So sieht der Kunstrasenplatz des TuS Ascheberg aus. (Foto: pd) So sieht der Kunstrasenplatz des TuS Ascheberg aus. (Foto: pd)
Das Konzept sieht so aus: Die Vereine VfL Ramsdorf und Sportfreunde Nordvelen gründen einen gemeinnützigen Träger- und Förderverein, der als Bauherr fungiert und später auch den Kunstrasenplatz betreibt. Sie finanzieren über den Trägerverein das Projekt über 20 Jahre über das Sportstätten-Programm der NRW-Bank. Diese Darlehnsfinanzierung trage dem aktuell günstigen Zinssatz Rechnung.

Für Zins und Tilgung des Darlehns bringen die Vereine laut Konzept ihren bereits zugesagten Eigenanteil von mindestens 2000 Euro/Jahr 20 Jahre lang ein. Zusätzlich beteiligen sie sich mit einer Muskelhypothek in Höhe von rund 80.000 Euro an der Baumaßnahe.

Für Zins und Tilgung des Darlehns gewährt die Gemeinde dem Trägerverein 20 Jahre lang einen jährlichen Zuschuss von durchschnittlich 26.000 Euro/Jahr für die Zeit von 2011 bis 2030 - vorausgesetzt, die Zinsen bleiben gleich. Außerdem gibt sie einen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro/Jahr von 2011 bis 2025 für die Platzpflege.

Über eine Umsatzsteuer-Erstattung, die die Vereine für die Herstellungskosten des Platzes erzielen können, soll eine Rücklage gebildet werden, wenn der Kunstrasen nach etwa 15 Jahren erneuert werden muss.

Erster Beigeordneter Dr. Thomas Brüggemann erläuterte während der Ratssitzung den Zeitplan. Erste Gespräche mit Vetretern des VfL Ramsdorf und der SF Nordvelen sowie der Bank habe man bereits geführt. Sie hätten gezeigt, dass „der vorgesehene Weg gangbar ist“, sagte Brüggemann. In den nächsten Wochen soll die Vereinbarung „Kunstrasenplatz“ zwischen den Vereinen und der Gemeinde unterzeichnet werden. Am 28. Januar 2011 wollen beide Vereine während ihrer Mitgliederversammlungen das Votum der Mitglieder zur Vereinbarung einholen. Nach Gründung des Trägervereins (Anfang Februar) könnte der Rat am 21. Februar die Vereinbarung „Kunstrasenplatz“ genehmigen, sagte Brüggemann.

Ende Februar/Anfang März soll laut Zeitplan der Darlehnsvertrag zwischen Trägerverein und örtlichem Kreditinstitut (es vermittelt das Darlehn der NRW-Bank) abgeschlossen werden.

Ab März könnten die Vereine mit vorbereitenden Arbeiten im Gelände starten, die keine Baugenehmigung erfordern. Der Trägerverein bereitet parallel dazu die Vergabe von Aufträgen für die Bauleistungen vor.

Am 11. April soll der Rat den geänderten Bebauungsplan „Sport- und Freizeitgelände“ als Satzung beschließen. Im April könnte der Trägerverein den Bauantrag beim Kreis Borken stellen, dabei ist auch das Schallschutz-Gutachten wichtig. Wenn der Kreis im Mai die Baugenehmigung erteilen würde, könnten die Arbeiten starten. Mit der Fertigstellung des Kunstrasenplatzes rechnet Dr. Brüggemann bei „einem optimalen Verlauf“ im Spätsommer 2011.

Auf Nachfrage aus dem Rat betonte der Beigeordnete, dass der Sportplatzbau nicht zu Lasten der Zuschüsse an den Gemeindesportverband gehe, die dieser an die Vereine weiterreicht.