Über Finanzierungsdetails entscheidet der Rat
Den Beschluss über den Standort der Kunstrasenfläche - und damit über das grundsätzliche „Ja“ oder „Nein“ zu dem Projekt - hatte das Gremium auf nachdrückliches Drängen der CDU-Fraktion gefasst - gegen die von Engelbert Volks (SPD) zunächst geforderte Vertagung des gesamten Beschlusspaketes auf die Ratssitzung am 15. Dezember.
Über weitere Detailfragen des Finanzierungskonzeptes über ein Darlehen der „NRW.BANK“ soll allerdings erst der Rat, der auch den jetzt gefassten Beschluss nochmals bestätigen muss, im Dezember entscheiden.
Dabei soll auf Antrag der Christdemokraten auch eine Lösung für das mögliche Zinsrisiko gefunden werden, das nach dem jetzigen Finanzierungskonzept für die beteiligten Vereine VfL Ramsdorf und Sportfreunde Nordvelen in zehn Jahren entstehen könnte, wenn die Zinsbindung für den vorgesehenen Darlehnsvertrag ausläuft. Nach dem Vorschlag der CDU könnte diese Lösung in der Ablösung der des Darlehens durch die Gemeinde und einer garantierten Verzinsung für die Vereine bestehen.
In der Stellungnahme der Christdemokraten zu dem Projekt „Kunstrasen“ begrüßte Fraktionssprecher Günther Kremer das vorgelegte Finanzierungskonzept. Kremer betonte, dass die erforderliche „durchschnittliche jährliche Belastung im kommunalen Haushalt von 28.000 Euro“ eine „mehr als gut vertretbare Lösung“ sei.
Deutlich anders die Einschätzung der UWG: Ein „derartig kostspieliges Großprojekt“, das laut Sitzungsvorlage ein Volumen von 550.000 Euro erreiche, könne sich die Gemeinde nicht leisten, so die Stellungnahme der Unabhängigen.
Gestützt von einer ausführlichen Zitatsammlung aus den Haushaltsreden des Bürgermeisters und des Kämmerers sowie aus früheren Verwaltungsvorlagen zum Thema „Kunstrasenplatz“ stellte Engelbert Volks (SPD) die Frage, wie die Sparsamkeitsappelle in den Haushaltsreden und die ursprünglich von der Verwaltung geforderte Begrenzung des Gemeindeanteils auf maximal 370.000 Euro mit dem jetzt zur Rede stehenden Gemeindeanteil von mindestens 520.000 Euro in Einklang zu bringen sei. Als „ehrliche Lösung“ dieses Widerspruchs regte Volks an, den Bau des Kunstrasenplatzes - „wenn man so überzeugt von seiner Notwendigkeit sei“ - durch eine Erhöhung der Grundsteuer B oder der Gewerbesteuer zu finanzieren.
Der Forderung nach einer Steuererhöhung schloss sich auch Grünen-Sprecher Martin Dirking an. Zudem erinnerte Dirking daran, dass die Gemeinde sonst bei Vereinsprojekten grundsätzlich einen Anteil von maximal 30 Prozent beisteuere: „Hier schwimmen wir aber in einen anderen Kanal“, sagte Dirking.