Wie laut darf Fußball sein?
Velen/Ramsdorf (git). Wenn der Haupt- und Finanzausschuss am 13. September erstmals nach der Sommerpause tagt, steht ein „Reizthema“ an: die „weitere Prüfung der Realisierbarkeit eines Kunstrasenplatzes am Standort Am Wulfkamp“ - wie es heißt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 17 Uhr im Rathaus Ramsdorf.
Durchwurzeltes Tennenmaterial abtragen, etwa 90 Tonnen Stützkorn aufbringen, die Tragschicht löchern, damit das Wasser besser abfließt: Der Tennenplatz an der Paulusschule ist provisorisch wieder hergerichtet worden. Kosten: etwa 10.000 Euro. (Foto: JütteZwischenzeitlich hat die Verwaltung schalltechnische Gutachten für die beiden möglichen Standorte - entweder im Bereich zwischen Tennishalle und der Firma Westrick (1) oder auf dem nördlichen Spielfeld (2) - anfertigen lassen. Wie wirken sich Schiedrichterpfiffe, Geräusche von Spielern, Zuschauern sowie Autos auf die umliegenden Wohnhäuser aus? Das haben Experten ermittelt und beurteilt. In die Betrachtung einbezogen werden muss laut Verwaltung auch der bisherige Hauptplatz. Denn er würde durch den Bau eines neuen vollwertigen Platzes seinen „Altanlagen-Bonus“ verlieren.
Das wichtigste Ergebnis laut Verwaltungsvorlage: In puncto Lärmschutz unterscheiden sich beide Standorte nicht wesentlich voneinander. Der Trainingsbetrieb wäre ohne zeitliche Einschränkung und ohne Schallschutzwand möglich.
Aber der Spielbetrieb unterläge - wenn man keine Schallschutzwand baut - außerhalb der Ruhezeit Einschränkungen: Er wäre am Tag begrenzt auf maximal drei Spiele auf Kunstrasen und drei Spiele auf dem jetzigen Hauptplatz (Standort 1) sowie auf maximal zwei Spiele auf Kunstrasen und drei Spiele auf dem Hauptplatz (Standort 2).
In den Ruhezeiten seien Meisterschaftsspiele an beiden Standorten dagegen ohne Schallschutzwand nicht möglich. Das betreffe vor allem die Zeit ab 20 Uhr sowie sonntags zusätzlich die Zeit von 13 bis 15 Uhr. Die Mittagsruhe am Sonntag wäre aber dann nicht zu berücksichtigen, wenn die Sportanlage am jeweiligen Tag insgesamt nur vier Stunden genutzt würde.
Laut Autobahnamt Hamm koste eine Schallschutzwand 375 Euro pro Quadratmeter. Demnach enstünden Kosten für den Standort Tennishalle/Westrick von 427.500 Euro und für den nördlichen Standort von rund 374.100 Euro.