CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

CDU verliert, alle anderen legen zu

Velen (stb). Es ist 20.35 Uhr als das letzte Ergebnis aus sieben Stimmbezirken im Rathaus eintrudelt - das Ende eines bitteren Abends für die anwesenden CDU-Vertreter. 6.145 Velener sind zu den Urnen gegangen und haben bestätigt, was sich landesweit abzeichnet. Verluste für die Christdemokraten. 53,1 Prozent lautet das vorläufige Ergebnis der Zweitstimmenzählung - 12,1 Prozentpunkte weniger als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren. Immerhin: CDU-Direktkandidat Bernhard Schemmer erreicht 58,3 Prozent der Erststimmen.

Urnengang im Wahllokal „Realschule Velen/Ramsdorf“: Als eine der letzten Wähler wirft Monika Kork-Lottner ihren Stimmzettel ein. (Foto: Steinbach)Urnengang im Wahllokal „Realschule Velen/Ramsdorf“: Als eine der letzten Wähler wirft Monika Kork-Lottner ihren Stimmzettel ein. (Foto: Steinbach)

Bei den SPD- und Grünen-Vertretern im Wahlstudio ist die Stimmung dagegen feucht-fröhlich. Und das nicht nur weil die ersten Hochrechnungen einen Regierungswechsel andeuten. Beide Parteien haben in der Wählergunst zugelegt. Die SPD kommt mit einem Plus von einem Prozentpunkt auf 22,6 Prozent, die Grünen mit 3,2 Prozentpunkten mehr auf neun Prozent der Stimmen. „Einfach gut“, sagt SPD-Orstvereinsvorsitzender Günter Zaborski. Positiv fällt das Ergebnis auch für FDP und Linke aus: Die Liberalen legen um 4,2 Prozentpunkte zu (Endergebnis: 8,1 Prozent) die Linken kommen mit einem Plus von 2,6 Prozentpunkten auf 3,1 Prozent Wählerstimmen.

Schlecht im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl ist allerdings die Wahlbeteiligung. Bei 62 Prozent liegt sie am Ende. Im Jahr 2005 waren es noch 67,7 Prozent.

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Stimmbezirken. So sprechen sich im Wahllokal Sparkasse Westmünsterland 66,1 Prozent der Wähler für die CDU aus. Am wenigsten zu holen für die Christdemokraten gibt es dagegen im Seniorenwohnheim St. Walburga. Hier erreicht Jürgen Rüttgers Partei 50,5 Prozent. Die SPD erziehlt hier ihr bestes Ergebnis: 25,6 Prozent der Stimmen.

Damit ist klar: Auch wenn das Wählervertrauen in die CDU gesunken ist: Sie bleibt die stärkste Partei in Velen. Das muss auch Günter Zaborski einräumen. „Wir müssen noch intensiver den Kontakt zu den Menschen suchen“, lautet sein Fazit.

CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Carsten Wendler will optimistisch bleiben. Man könne am Ergebnis erkennen, dass die CDU in der Gemeinde noch gute Arbeit mache. Die Stimmverluste führe er auf Entwicklungen in der Bundespolitik zurück: „Viele Wähler haben sich über den Umgang mit der Griechenland-Krise beschwert.“

Uneingeschränkt positiv fällt dagegen die Bilanz bei Manfred Grünrowsky, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat aus. Er freue sich schon auf eine rot-grüne Landesregierung. „Hoffentlich wird sich dann an der finanziellen Schieflage in den Kommunen etwas ändern.“