FDP zieht mit SPD nahezu gleich
Seine erste Bewährungsprobe als „Wahlstudio“ musste der neu gestaltete Sitzungsaal im Velener Rathaus gestern Abend bestehen: Nach einer kurzen einweihungsfeier verfolgten Interessierte hier den Ausgang der Bundestagswahl. (Foto: Plettenberg)Als die mit Abstand stärkste Partei ging wiederum die CDU aus dem Rennen um die Wählergunst hervor - trotz eines Verlustes von 4,4 Prozentpunkten gegenüber der Bundestagswahl 2005 erhielten die Christdemokraten in Velen und Ramsdorf 48,7 Prozent aller Stimmen.
Die empfindlichen Verluste, die die SPD bundesweit einstecken musste, wurden auch hier bestätigt: Mit 17,7 Prozent der abgegebenen Stimmen verloren die Sozialdemokraten 8,8 Prozentpunkte gegenüber der Bundestagswahl von 2005.
Damit erzielte die SPD ein Endergebnis, das sich nur um 0,1 Prozentpunkte von dem der FDP unterschied: Mit 17,6 Prozent legten die Liberalen kräftig zu und verzeichneten 7,5 Prozentpunkte mehr als 2005.
Einen Zulauf von 1,5 Prozentpunkten verzeichnete die Linke, die mit 4,9 Prozent der Stimmen abschloss. Den sonstigen Parteien gaben 3,5 Prozent der Velener und Ramsdorfer Wähler ihre Stimme. Diese erhielten damit insgesamt 1,3 Prozentpunkte mehr als vor vier Jahren.
Ganz den Ergebnissen entsprechend, die ihre Mutterparteien erzielt hatten, reagierten die im Wahlstudio anwesenden Mitglieder de Gemeinderatsfraktionen.
„Wir sind froh für Deutschland über das Ergebnis“, kommentierte CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Carsten Wendler das Wahlergebnis. Der Wahlkampf habe sich gelohnt, sagte Wendler, und das Ergebnis spiegele die Präsenz der CDU vor Ort wider.
„Traurig über das Wahlergebnis“, zeigte sich der Velen-Ramsdorfer-SPD-Vorsitzende Günther Zaborski. Er sei aber sicher, so Zaborski, das sich mit diesem Ergebnis ein Neuanfang verbinden werde und müsse. Aufgabe der SPD sei jetzt, „eine starke Opposition“ zu bilden.
Skeptisch - trotz der Gewinne seiner Partei - sah der Ratsfraktionsvorsitzende der Grünen, Franz Schlüter, das Gesamtergebnis der Wahl: „Wenn es eine schwarz-gelbe Koalition gibt“, gab sich Schlüter pessimistisch, „werden wir alle den Gürtel enger schnallen müssen.“
Insgesamt hatten 76,2 Prozent der derzeit 9.859 wahlberechtigten Velener und Ramsdorfer in acht Wahlbezirken ihre Stimmen zur Bundestagswahl abgegeben - das waren 5,8 Prozent weniger als vor vier Jahren.
1500 Wähler - rund 200 mehr als 2005 - hatten diesmal von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch gemacht.