Marschbefehl nach Washington
„Ich hatte das Glück, zur Teilnahme am traditionellen deutsch-amerikanischen Reserve-Offiziers-Austausch vorgeschlagen zu werden“, erläutert Schulze-Pellengahr den Hintergrund seiner Nato-Dienstreise in die USA.
So habe seine regelmäßige Wehrübung, die er als Hauptmann normalerweise beim Stab des Wehrbereichskommandos III abzuleisten habe, in diesem Jahr nicht in Erfurt, sondern in Washington und Indianapolis stattgefunden.
„Gemeinsam mit 19 weiteren Reserveoffizieren der Bundeswehr ging es am 10. Juni - zwar in Uniform und per Nato-Marschbefehl, ansonsten aber ganz zivil mit der Lufthansa - von Köln/Bonn nach Washington“, so der Erste Beigeordnete.
Einer der ersten Höhepunkte des Programms dort: ein Empfang im - normalen Sterblichen sonst streng verschlossenen - Pentagon. Zu den illustren Gästen eines „wirklich festlichen“ Essens dort, so Schulze Pellengahr, habe neben hochrangigen Militärs auch der Militärattaché der Deutschen Botschaft gehört.
Besichtigungstouren zu einer Vielzahl militärhistorisch bedeutsamer Stätten schlossen sich an, bevor der Hauptmann in seine amerikanische Gast-Truppeneinheit weiterreiste: das „Joint Forces Headquarter“ der „National Guard“ in Indianapolis. Bemerkenswert dort sei die freundliche Aufnahme gewesen: In der ersten Nacht sei er sogar im Haus des ihn „betreuenden“ Verbindungsoffiziers untergekommen, berichtet Schulze-Pellengahr.
Überhaupt, so der Reserveoffizier, sei es erstaunlich, wie entgegenkommend Amerikaner auf die Uniform reagiert hätten: Nicht allein, dass sie ihm manche offizielle Tür - etwa zum nichtöffentlichen Teil des Repräsentantenhauses - geöffnet habe. Es sei auch keineswegs ungewöhnlich gewesen, dass Passanten ihn auf offener Straße angesprochen und ihm mit einem „Thank you for the service - danke für Ihren Dienst“ die Hand geschüttelt hätten.
Auch in Indianapolis habe es neben einem interessanten Einblick in den militärischen Alltag der USA viele spannende Besichtigungen und Begegnungen gegeben. Und einen Ausflug zur weltberühmten Indianalpolis-Speedway, dem amerikanischen „Nürburgring“ habe er sich natürlich auch nicht nehmen lassen, erzählt Schulze Pellengahr schmunzelnd.