CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Was wird aus dem Busch vom Pastor?

Velen (rpl). „Was wird aus „Pastors Büschken?“: Auf einer Bürgerversammlung haben sich am Donnerstagabend in der Thesingbachhalle knapp 200 Velener und Ramsdorfer über die derzeitigen Planungen der Gemeinde zur Zukunft des umstrittenen Areals informiert.
Verantwortliche aus Verwaltung und Politik sowie Vertreter der Kirchengemeinde und der Firma Rehau stellten sich den Fragen der Bürger.Verantwortliche aus Verwaltung und Politik sowie Vertreter der Kirchengemeinde und der Firma Rehau stellten sich den Fragen der Bürger.

In einer - von wenigen emotionalen Exkursen abgesehen - weitgehend sachlich geführten Diskussion äußerten die Bürger dabei auch ihre Bedenken und Anregungen zur der vorgestellten Planung.

Den Fragen der Einwohner stellten sich neben Bürgermeister Ralf Groß-Holtick, Bauamtsleiter Wilhelm Jöster, Rechtsanwalt Dr. Andre Unland, sowie einem Mitarbeiter des ausführenden Planungsbüros auch Bernhard Brügging für die katholische Kirchengemeinde und Werksleiter Gerhard Fick für die Firma Rehau.

Die CDU-Ratsfraktion wurde von Rainer Nolden und Michael Borghorst vertreten, die UWG von Werner Tegelkamp und Martin Dirking, die SPD von Engelbert Volks; zum Podium gehörte außerdem das fraktionslose Ratsmitglied Manfred Drews.

In einem einleitenden Vortrag stellte Bürgermeister Ralf Groß-Holtick den aktuellen Stand des Bebauungsplanverfahrens vor.

Inhalt dieses Verfahrens, so Groß-Holtick, sei zum einen, auf dem Gelände von „Pastors Büschken“ eine rund 11.000 Quadratmeter große Gewerbefläche für eine mögliche Betriebserweiterung der Firma Rehau auszuweisen - zum anderen solle eine Verkehrsfläche für eine Verbindungsstraße zwischen der Kardinal-von-Galen-Straße und der Coesfelder Straße ausgewiesen werden.

In einem kurzen Filmportrait vermittelte die Firma Rehau den Teilnehmern einen Einblick in ihre Produktion. In diesem Film wie in der anschließenden Diskussion betonte Rehau-Werksleiter Gerhard Fick, dass es sich bei dem Familienunternehmen nicht um eine „Chemiefabrik“ mit entsprechenden Risiken und Emissionen, sondern um ein kunststoffverarbeitendes Werk handele.

Auf entsprechende Fragen von Bürgern erläuterte Fick, dass der Ankauf von Pastors Busch einstweilen nur der Planungssicherheit des Unternehmens diene. Konkrete Pläne lägen nicht vor. Auf die Frage, wieviel Arbeitsplätze Rehau schaffen wolle oder wieviel in den kommenden Jahren investiert werden solle, machte der Werksleiter deutlich, dass er angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise realistischerweise keine Versprechungen zur Schaffung von Arbeitsplätzen oder zu zukünftigen Investitionen in Velen machen könne. Aber, so Fick weiter, Rehau glaube an eine „Zeit nach der Wirtschaftskrise“ - insofern sei die Option einer möglichen Erweiterung am Standort wichtiger Bestandteil zukünftiger unternehmerischer Entscheidungen.

Teilweise sehr kritisch wurde die Planung von mehreren Versammlungsteilnehmern beleuchtet. Insbesondere anwesende Vertreter des Bürgerbehrens „Pastors Busch“ sprachen sich mit Nachdruck für einen Erhalt des Wäldchens aus, das „ein Stück Identität“ Velens darstelle. Angesprochen wurde auch die Frage, warum denn Rehau nicht ganz oder teilweise ins Industriegebiet umgesiedelt werden könne. Dies sei angesichts der erheblichen Investionen der vergangenen Jahre in den aktuellen Standort vor allem eine Kostenfrage, machten dazu Fick und Groß-Holtick unmissverständlich deutlich.

Neben Fragen zur Sicherheit und Störanfälligkeit der Firma Rehau kamen dabei auch Probleme der Verkehrssicherheit hinsichtlich der geplanten Verbindungsstraße entlang des Kindergartens zur Sprache. „Diese Straße muss auf jeden all verhindert werden“, sagte dazu eine Teilnehmerin.

Die jetzt vorgestellten Planungen werden in der Zeit vom 20. April bis zum 20. Mai öffentlich im Rathaus ausgelegt.