VELEN (git) Das nennt man wohl eine rasante kommunalpolitische Karriere: Christian Schulze Pellengahr, 32 Jahre alt und erst seit Juli Erster Beigeordneter in Velen, soll 2009 bereits Bürgermeister werden. So wünscht sich das der Vorstand des CDU-Gemeindeverbands Velen–Ramsdorf, der den gebürtigen Coesfelder einstimmig als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl 2009 vorgeschlagen hat. Das letzte Wort hat die Mitgliederversammlung, die ihren Favoriten wohl im Oktober nominiert.

Schulze Pellengahr sei für die Christdemokraten „der erste Ansprechpartner“, berichtet CDU-Chef Johannes Maus. „Wir wären verrückt gewesen, wenn wir ihn nicht gefragt hätten.“ Schulze Pellengahr arbeite bereits in der Kommunalverwaltung und bringe somit Erfahrung mit. Der 32-Jährige sei auch nicht zu jung für den Chefsessel im Rathaus. Maus ruft ins Gedächtnis: Velens amtierender Bürgermeister Ralf Groß-Holtick, der 2009 Bürgermeister in Coesfeld werden will, habe das Amt 1996 als 34-Jähriger übernommen. Maus zufolge bleibt Schulze Pellengahr in seiner jetzigen Position noch ein Jahr Zeit, um sich auf seine mögliche neue Aufgabe vorzubereiten.
Die CDU hat vor der offiziellen Personalentscheidung alle Ratsparteien informiert. Die sollten prüfen, ob man sich auf Schulze Pellengahr (CDU) als gemeinsamen Kandidaten einigen könne. Dazu werde es aber nicht kommen, resümiert Maus die Gespräche mit UWG, SPD und Grünen. Dies habe wohl nichts mit Schulze Pellengahr zu tun, sondern mit dem Wunsch der übrigen Ratsparteien, einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken.
Verwaltungsjurist Schulze Pellengahr hat das Angebot der Christdemokraten nach einigen Tagen Bedenkzeit angenommen. Gleichwohl wäre er nach eigenem Bekunden gern noch einige Jahre Erster Beigeordneter geblieben. Aber er habe es als ermutigend empfunden, dass Bürgermeister Groß-Holtick ihm gesagt habe, er könne sich den jetzigen Beigeordneten durchaus als seinen Nachfolger vorstellen.