CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Planungen für Luftkurort in der Schwebe

Haupt- und Finanzausschuss uneins

VELEN. Sieben zu sieben lautete das Abstimmungsergebnis über die Auftragsvergabe für ein Klimagutachten als Grundlage für einen Luftkurort Velen am Montagabend im Haupt- und Finanzausschuss. Nach diesem Patt ist offen, wie es mit dem Vorhaben Luftkurort weitergeht. Wie Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr gestern auf BZ-Anfrage erklärte, wird er das Thema nun aufgrund seiner Bedeutung auf die Tagesordnung für den nächsten Rat setzen.
Der CDU fehlten am Montag zwei Mitglieder – Michael Borghorst und Dietmar Spazier – und damit zwei Stimmen. UWG, SPD und Grüne stimmten geschlossen gegen das Vorhaben, dem die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes bei einer Ortsbesichtigung im Mai Chancen eingeräumt hatten.

Wie berichtet, gehen sie davon aus, dass die lufthygienischen und bioklimatischen Bedingungen mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ für eine Anerkennung ausreichen. Jetzt wäre ein Hauptgutachten der Meteorologen notwendig. Ein Jahr lang müssten Daten zu Bioklima und Luftqualität erfasst und bewertet werden. Die Kosten in Höhe von 18.135 Euro sind im Haushalt bereits veranschlagt. Erst wenn dieses Gutachten vorliege, müsste der Rat entscheiden, ob die Stadt sich als Luftkurort qualifizieren will.

An ihren bekannten Position zum Luftkurort hielten die Fraktionen am Montag fest. Johannes Maus (CDU) betonte nochmal „die Chance, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen sollte“. Der Kontakt „mit vielen Gästen“, die sich in Velen wohlfühlten, bestärke ihn darin, an dem Vorhaben festzuhalten. Dass Gäste gern in die Stadt kommen, um sich hier zu erholen und zu entspannen, bestritt die Gegenseite nicht. Doch mit dem Label „Kurort“ wecke man Erwartungen, die man nicht erfüllen könne, gab Franz-Josef Schwers (UWG) zu Bedenken. „Aus unserer Sicht ist das eine Nummer zu groß“, erklärte er. Dem schloss sich auch Martin Dirking (Grüne) an. „Wir können den Besuchern nicht bieten, was sie erwarten“, befürchtet er.

Kritisch betrachteten Carsten Wendler (CDU) und Engelbert Volks (SPD) übereinstimmend eine mögliche Ausweisung der Kardinal-von-Galen-Straße/Ramsdorfer Straße im Bereich Kirchplatz als Tempo-30-Zone. Dieser Punkt war eine der „wünschenswerten Voraussetzungen“, die der Erste Beigeordnete Dr. Thomas Brüggemann für eine spätere Qualifizierung aufgelistet hatte. Dazu gehören auch die Errichtung eines Outdoor-Fitness-Parks, wie er im Leader-Projekt angestrebt wird, die Einbettung von Gesundheitseinrichtungen in den zentralen Kurgebiets-Bereich sowie der Ausbau von Wegenetzen wie im Tiergarten und im Schwarzes Kott.