CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Kommentar: Fortführung der Schulsozialarbeit mit kommunalem Geld

Chancengleichheit?

Bildung ist eine Investition in die Zukunft. Das gilt insbesondere für die Förderung von schwachen Schülern. Sie profitierten in den vergangenen Jahren vom Geld, das der Bund im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepaketes zur Verfügung gestellt hat. Die Stadt Velen finanzierte damit in den Grundschulen und der Realschule Schulsozialarbeiter, die ohne Zweifel gute Arbeit geleistet haben. Dennoch ist die Entscheidung des Rates richtig, diese Arbeit nicht mit Geld aus dem städtischen Haushalt fortzusetzen. Alles andere wäre ein falsches Signal.
Bildung ist Ländersache. Das Land ist – gegebenenfalls unterstützt vom Bund – für das Personal an den Schulen verantwortlich. Auch für die Schulsozialarbeiter.

Finanziell besser gestellte Kommunen wie Velen sollten sich – so schwer es ihnen fallen mag – hüten, hier in die Bresche zu springen. Sie sollten sich nicht genötigt fühlen, dem Land seine Pflichtaufgaben abzunehmen. Die Folgen könnten fatal sein.

Zu groß ist die Gefahr, dass sich das Land ganz aus seiner Verantwortung zurückzieht und die Kommunen – egal ob reich oder arm – wieder einmal auf den Kosten sitzen bleiben. Das Nachsehen hätten jene Schüler, die in Kommunen leben, denen es wirtschaftlich schlecht geht.

Die am Mittwoch im Rat wieder viel zitierte Chancengleichheit sähe dann so aus, dass Kinder in reichen Kommunen gut ausgestattete Schulen besuchen und notwendige Hilfen bekommen, während ihre Altersgenossen in ärmeren Kommunen auf beides verzichten müssen. Das kann niemand ernsthaft wollen.

Wenn es den Politikern in Velen ernst damit ist, die Bildungschancen für die Kinder zu verbessern, dann sollten sie andere Wege wählen. Sinnvolle Möglichkeiten gibt es viele, zum Beispiel indem die Stadt die Vereins- und Jugendarbeit noch intensiver fördert. Marita Rinke