CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Neues Leben in der Alten Molkerei

Auf über 100 Jahre wechselvolle Geschichte blickt die "Molkerei & Dampfmühle Ramsdorf" zurück. Jetzt wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Einstimmig hat der Rat "Grünes Licht" gegeben für den etwa eine Million Euro teuren Umbau samt Erweiterung zum "Haus der Vereine/Kulturzentrum". Voraussetzung: Die Zuschüsse fließen wie erwartet. Wo einst Milch angeliefert und verarbeitet wurde, finden Kultur, Sport und Unterhaltung ein neues Domizil.
Foto: Borkener ZeitungFoto: Borkener Zeitung
Projektträger ist die "stiftung agri cultura". Der Bauantrag ist gestellt. Wenn alles klappt, könnten die Arbeiten im Februar/März 2008 beginnen. Fertigstellung: voraussichtlich Ende 2010. Einen wichtigen Part schultern Vereine und Höke, die sich mit ihrer "Muskelhypothek" einbringen.

Das Betriebskonzept zeigt laut Bürgermeister, dass die Folgekosten - schätzungsweise 41.000 Euro jährlich - gedeckt sind. Als einen Baustein der Einnahmen nannte er das "Haus der Musik" in Zusammenarbeit mit den Spielmannszügen und Musikvereinen. Dazu kommen Dauermietverhältnisse von Vereinen und der "stiftung agri cultura", Veranstaltungen (etwa Kinderkulturtage, kommunales Kino, Konzerte, Theater, Lesungen), Angebote von VHS und Stadtmarketing, Kurse, Seminare sowie ein breites Sportabgebot, zum Beispiel von der VfL-Breitensportabteilung. Über eine Nutzungs- und Entgeltordnung sollen Vereine und Stiftung die Refinanzierung der Betriebskosten sicherstellen.

Im Rat stieß der geplante Umbau der Alten Molkerei auf breite Zustimmung. "Es ist ein überschaubares Risiko. Wir sollten den Mut haben und sagen: Das kriegt man vereinsintern hin", erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Günther Kremer nach anfänglichen Zweifeln wegen der noch offenen Arbeitsleistung. Notfalls müsse eben die Bauzeit verlängert werden. Ziel sei die Eigeninitiative der Vereine, antwortete Bürgermeister Ralf Groß-Holtick auf die Frage von Martin Dirking (UWG), ob notfalls der Bauhof einspringen könne.

"Solche Dinge bekommen eine Eigendynamik. Einer spornt den anderen an und reißt ihn mit", unterstrich Bernd-Jochen Essink (CDU). Johannes Maus (CDU) betonte, dass die Ramsdorfer das Projekt vorbehaltlos unterstützten.

Die Vereine hätten ehrenamtliche Eigenleistungen in Form von 3000 Arbeitsstunden bereits seriös zugesagt. Auf dieser Basis solle man das Projekt auf den Weg bringen, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Engelbert Volks, obwohl auch er anfangs skeptisch gewesen sei. Keine Bedenken sah Franz Schlüter (Grüne).

Als vernünftig bezeichnete es Werner Thesing (UWG), das Gebäude wieder zu nutzen und so einen Schandfleck zu beseitigen. Richtig sei, kritisch die Bau- und Folgekosten zu betrachten. Aber die Hälfte der veranschlagten Arbeitsstunden sei schon zugesagt, votierte er dafür, das Vorhaben zu verwirklichen.

Angesichts anfänglicher Bedenken einiger Ratsmitglieder wegen der "Muskelhypothek" riet Ralf Groß-Holtick zu Optimismus: "Ich habe keinen Zweifel, dass die Verantwortlichen das Projekt stemmen."