CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Biogasanlage im Regionale-2016-Rennen

Großprojekt von Bauern und RWE Innogy bekam gestern den C-Stempel

-job- KREIS BORKEN. Die von RWE Innogy und der Naturdünger Münsterland in Nordvelen geplante Biogas-Großanlage ist als Projektidee ins Regionale-2016-Verfahren aufgenommen worden. Das hat gestern in Hamminkeln der Lenkungsausschuss der Regionale entschieden. Das umstrittene Großprojekt, in dem jährlich rund 180.000 Tonnen Gülle verarbeitet werden sollen, bekam den Stempel C, was die erste Stufe im dreistufigen Bewerbungsverfahren ist.
Das Regionale-Gremium sehe „bei einer Realisierung der Anlage Potenziale zum Umgang mit der spezifischen Gülle- und Nährstoffsituation in der Region“, hieß es in der Begründung. Regionale-Geschäftsführerin Uta Schneider fand im Gespräch mit unserer Zeitung, dass hinter der Skizze ein „interessanter Denkansatz“ stecke, wie man mit dem Nährstoffüberschuss der Region umgehen könne. Dieser „Überschuss“ stammt von den rund 900.000 Schweinen, mehr als 200.000 Rindern und 1,5 Millionen Hühner im Kreisgebiet.

Laut Schneider setze sich das Projekt damit mit einer der „großen Herausforderungen der Region“ auseinander. Zudem sichere das Projekt die „Existenz landwirtschaftlicher Familienbetriebe in der Region“ und sorge dafür, dass wichtige Nährstoffe, insbesondere Phosphat, rückgewonnen würden. Man habe den Antragstellern aber auch „Hausaufgaben“ mit auf den Weg gegeben, etwa was die Einbindung der XXL-Anlage in der Landschaft angehe. Auch müsse die Frage der Transportwege geklärt werden.

Geplant ist, die überschüssigen Nährstoffe aus der mit Exkrementen und Zwischenfrüchten gefütterten Anlagen nach außerhalb der Region zu verfrachten.

„Dahinter steckt keine große Fördererwartung“ betonte Schneider. Ziel der Ideen-Einreicher sei aus Sicht der Regionale nicht, dass der Staat ein bislang nur schleppend vorankommendes Projekt mitbezahlen soll. Dass die geplante Biogas-Großanlage nicht nur am Standort der Regionale-2016-Agentur Velen umstritten sei, wisse man sehr wohl. Man habe lange diskutiert, finde aber, dass das Projekt „eine Diskussion in der Region wert“ sei.

Tobias Graulich von der RWE Innogy sagte auf Anfrage, dass die Investorengemeinschaft aus RWE-Tochter und Naturdünger, hinter der Landwirte vom landwirtschaftlichen Kreisverband stehen, sich sehr wohl „um Fördermittel bewerben“ wolle. Über die Höhe könne man noch nichts sagen. Man habe „relativ kurzfristig“ von der Möglichkeit erfahren, sich als Regionale-2016-Projekt bewerben zu können. In einem zweiten Schritt wolle man jetzt „ausloten, wo eine Unterstützung erfolgen“ könne. Änderungen im Zeitplan gebe es durch den C-Stempel nicht. Man sei in Verhandlungen mit der Stadt Velen, was den Kauf des Geländes an der Grenze Nordvelen/Gescher angeht.