CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Schulpolitik

Keine Schüler zweiter Klasse

Eltern reagieren verunsichert, fühlen sich verschaukelt. Schüler gehen auf die Straße und protestieren. Die Nachricht von der angepeilten Zusammenlegung der auslaufenden Hauptschulen Ramsdorf und Heiden mit Unterricht in Heiden schockierte. Die Verärgerung der Schulgemeinde bekamen jetzt Politik und Verwaltung hautnah zu spüren.
Keine Frage: Dass die Paulusschüler demonstrieren und sich für ihre Schule einsetzen, dass sie energisch darauf pochen, in Ramsdorf ihren Abschluss machen zu wollen, ist ihr gutes Recht. Wie sie ihren Unmut kundtaten – davor kann man nur den Hut ziehen. Kompliment. Das nötigte auch dem Ausschuss Respekt ab. Wer so auftritt, hat keinen Grund, sich als Schüler zweiter Klasse zu fühlen.

Andererseits: Wer der Politik derart organisiert und diszipliniert die Meinung sagt, der hat sicher auch Selbstbewusstsein und Power genug für etwas Neues.

Natürlich birgt ein Standortwechsel immer auch Risiken: längere Schulwege, Busfahrten, eine neue Umgebung, andere Gesichter, zum Teil andere Lehrer... Klar, dass sich Eltern und Schüler deswegen sorgen – vor allem die Jugendlichen, die sich demnächst mit ihren Halbjahreszeugnissen bewerben müssen. Nachteile durch eine Verlagerung können sie am wenigsten gebrauchen.

Das hat Velens Kommunalpolitik begriffen, die wortreich konsequente Unterstützung zusicherte. Daran wird sie sich messen lassen müssen. Allerdings ist auch für sie die Situation alles andere als befriedigend. Denn das letzte Wort in der Sache hat die Bezirksregierung Münster. Trotzdem: Es gibt immer Spielräume, um Nachteile bei einer Zusammenlegung der Schulen so gering wie möglich zu halten. Diese Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten, darauf müssen sich die Anstrengungen konzentrieren.

Schuldzuweisungen, wer wen nicht oder nicht umfassend informiert hat, nützen dagegen niemandem mehr, kosten nur Energie.

Und bei allem Verständnis für die Betroffen: Mit einer funktionierenden Busverbindung sollte der längere Schulweg wohl kein Problem sein. Wahrscheinlich können sogar die Klassenverbände bestehen bleiben. Also: Erst mal sacken lassen – und ohne Aufgeregtheiten die Vor- und Nachteile abwägen.

Birgit Jüttemeier