CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

„Unser tatsächlicher Spielraum ist hier sehr begrenzt“

BZ-Interview mit Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr

VELEN (git). Zum Thema „Zukunft der Paulus-Hauptschule“ fragte die BZ Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr.
"BZ: "Gibt es eine Alternative zur Zusammenlegung?

Dr. Schulze Pellengahr: Die Alternative, einzelne Jahrgänge am einen und die übrigen am anderen Standort zu belassen, bringt aus pädagogischer Sicht in allen denkbaren Konstellationen Nachteile bei der Unterrichtsversorgung.

Bei einer kompletten Zusammenlegung dagegen könnten zum nächsten Schuljahr zwei kleine sechste Klassen mit jeweils 20 Schülern und drei kleine neunte Klassen mit jeweils 21 bis 22 Schülern gebildet werden. In den zehnten Klassen wäre die Aufteilung nach 10A und 10B effektiver möglich als in den getrennten Systemen.

Das Lehrerkollegium würde sich aus den beiden bisherigen Lehrerkollegien der bestehenden Hauptschulen zusammensetzen, wobei einzelne personelle Veränderungen durch Versetzung oder Pensionierung niemals ganz ausgeschlossen sind.

"BZ: "Welchen Spielraum hat die Stadt Velen bei dem Konzept, das jetzt erarbeitet werden soll? Oder führt die Kommune nur eine Entscheidung aus, die die Bezirksregierung Münster als Schulaufsicht getroffen hat?

Dr. Schulze Pellengahr: Nach § 81 des Schulgesetzes beschließt die Stadt als Schulträger über die Errichtung, Auflösung und Zusammenlegung von Schulen. Die jeweiligen Beschlüsse bedürfen der Genehmigung der Bezirksregierung als oberer Schulaufsicht. Nach § 82 des Schulgesetzes müssen Schulen allerdings die für einen geordneten Schulbetrieb erforderliche Mindestgröße haben. Wenn diese aus schulfachlicher und -organisatorischer Sicht nicht mehr gegeben ist, weil beispielsweise eine Hauptschule insgesamt nur noch eine sehr geringe Zahl an Klassen hat, kann sich der Entscheidungsspielraum des Schulträgers soweit verengen, dass er rechtlich zu schulorganisatorischen Maßnahmen gezwungen ist.

Insofern ist unser tatsächlicher Spielraum hier sehr begrenzt, da auch der Schulträger daran mitwirken muss, die Lehrerversorgung bestmöglich zu ermöglichen, um Unterrichtsausfall und Qualitätseinbußen in der schulischen Ausbildung weitesgehend zu vermeiden.

"BZ: "Welche Form hat die Zusammenlegung: Wird eine neue Schule gegründet?

Dr. Schulze Pellengahr: Zunächst einmal gilt es die politische Beratung abzuwarten, die Schulausschuss und Stadtrat vorbehalten ist. Am wahrscheinlichsten ist aber zum jetzigen Zeitpunkt das folgende Vorgehen: Es würde eine der beiden Hauptschulen bestehen bleiben, während die zweite aufgelöst würde. Bei einer Zusammenlegung in Heiden würde demnach die Paulus-Hauptschule aufgelöst. Die Schüler würden in einem gesammelten Verfahren an der Ludgerus-Hauptschule in Heiden aufgenommen werden. Die Einzelheiten wären vorab zwischen den Schulträgern (Heiden und Velen) vertraglich zu vereinbaren, um so sicherzustellen, dass sowohl die Aufnahme unserer Schüler in Heiden gewährleistet ist, als auch die Rahmenbedingungen – Stichwort Schulbusverbindung – soweit geregelt sind.