RAMSDORF/VELEN (git). Wo sich einst fröhlich Kinder tummelten, sollen demnächst Existenz-Gründer ihre ersten Schritte in die geschäftliche Selbstständigkeit wagen können: Die Gemeinde möchte ein Start-Center im früheren Franziskus-Kindergarten einrichten.
Das hat Wirtschaftsförderin Anke Husmann während der Ratssitzung am Montagabend mitgeteilt. „Wir wollen dies als Versuch starten“, erklärte Bürgermeister Dr. Christian Schulze Pellengahr. Der Pavillon an der Walburgisschule steht jetzt leer, nachdem dort zeitweise Möbel der Velener Andreasschule zwischengelagert worden waren.
Im früheren Franziskus-Kindergarten soll ein Start-Center für Existenzgründer eingerichtet werden. (Foto: Jüttemeier) Das Start-Center gehört zu den Schwerpunkt-Maßnahmen, die die Wirtschaftsförderung fürs erste Halbjahr 2011 vorschlug. Einstimmig billigte der Rat die Projekte und gab 20.000 Euro für die Umsetzung frei.
„Existenzgründer brauchen nicht viel Platz - zumeist nur einen Schreibtisch, einen Internetanschluss und Telefon“, erläuterte Anke Husmann. Die Idee, ein Start-Center einzurichten, sei in den Gesprächen mit Vertretern der Ratsfraktionen entstanden. Jetzt sei die Gelegenheit günstig: Das Gründer-Zentrum könne in bestehenden Räumen verwirklicht werden.
Nächster Schritt: Die Gemeinde will prüfen, was im Pavillon gemacht und wie er technisch ausgestattet werden muss. Drei Räume (60, 44, 15 Quadratmeter) stehen zur Verfügung, Soziaräume seien ebenfalls vorhanden. Man werde sehen, wie viel Platz mögliche Interessierte brauchten und ob sich die Räume eventuell mit Leichtbauwänden teilen ließen, sagte Husmann im BZ-Gespräch. Die potenzielle Zielgruppe sei breit gefächert: Es könne die Hausfrau sein, die sich nach der Kindererziehung eine neue berufliche Perspektive schaffen wolle, der Angestellte, der mit einer pfiffigen Idee ein eigenes Geschäft gründen oder jemand, der sich aus der Arbeitslosigkeit heraus selbstständig machen wolle. „Wir wollen Räume für Bürotätigkeit anbieten. Wenn jemand eine Werkhalle braucht, ist das nichts für ihn“, sagte die Wirtschaftsförderin. Auch Interessierte, die ihre Projekt-Idee bereits verwirklicht hätten, zuhause aber nicht genügend Platz oder Ruhe zum Arbeiten fänden, seien willkommen.
Die Gemeinde werde auch prüfen, ob sie eine geringe Miete nehme oder die Räume für eine Frist mietfrei zur Verfügung stelle.