RAMSDORF (rpl). Zehnmal „Ja“ und fünfmal „Nein“: Mit der Stimmenmehrheit der CDU-Fraktion hat am Montagabend der Haupt- und Finanzausschuss eine - aktuell angepasste - Vereinbarung zwischen der Gemeinde und den Sportvereinen „VfL Ramsdorf“ und „Sportfreunde Nordvelen“ zum Thema „Kunstrasenplatz“ gebilligt. Außerdem sprach sich das Gremium für die Übernahme einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 420.000 Euro zur Sicherung des zur Finanzierung erforderlichen Darlehens aus.
Kicken auf Kunstrasen - das soll künftig am Wulfkampstadion möglich sein. (Foto: Gemeinde Velen) Wie Erster Beigeordneter Dr. Thomas Brüggemann in der Sitzung berichtete, hatten sich zuvor die beiden Sportvereine auf ihren Mitgliederversammlungen jeweils mit großer Mehrheit für den Abschluss der Vereinbarung ausgesprochen.
Damit hat das Kunstrasenprojekt eine seiner letzten großen Hürden vor der Umsetzung genommen. Die endgültige Entscheidung über das Finanzierungsmodell trifft der Rat am 21. Februar. Entgegen bisherigen Planungen soll das erforderliche Darlehen in Höhe von 420.000 Euro jetzt nicht mehr über das „Sportstättenprogramm“ der NRW-Bank beschafft werden, sondern über eine Darlehensvereinbarung mit der VR-Bank Westmünsterland.
Als Grund führte Dr. Brüggemann an, dass der Darlehenszinssatz bei der NRW-Bank zwischenzeitlich von 2,85 auf 3,2 Prozent gestiegen sei. Deswegen hätten Verwaltung und Vereine erneut mit der VR-Bank verhandelt, die zugleich „Hausbank“ beider Vereine sei.
Im Ergebnis habe sich daraus das jetzige Angebot der VR-Bank ergeben. Es sieht vor, den Betrag von 420.000 Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren zu einem bis 2015 festgeschriebenen Zinssatz von 3,2 Prozent zu finanzieren. Bei angenommen unverändertem Zinssatz über die gesamte Laufzeit ergäbe dies eine Zinsbelastung von insgesamt 75.695 Euro. Ursprünglich wäre die Darlehenslaufzeit mit der NRW-Bank auf 20 Jahre festgeschrieben gewesen.
Durch das neue Konzept verringert sich nach den Berechnungen der Verwaltung der gemeindliche Zuschuss von 520.000 Euro auf 460.000 Euro. Dies entspreche einem Durchschnitt von jährlich 41.818 Euro.
Die beiden Vereine verpflichten sich, insgesamt Eigenleistungen in Höhe von 70.000 bis 80.000 zu erbringen. Außerdem müssen sie ab Fertigstellung des Platzes eine Miete von jährlich 4000 Euro zahlen.
Einer der nächsten Schritte, so erläuterte Dr. Brüggemann, müsse nun die Gründung des geplanten Trägervereins sein. Dieser soll rechtlich als Bauherr und später als Träger des Platzes fungieren. Dem Trägerverein sollen vor allem die beiden Vereine „VfL Ramsdorf“ und „Sportfreunde Nordvelen“, aber auch die Gemeinde und die VR-Bank angehören. Die Gründung sollte nach Ansicht des Ersten Beigeordneten kurz nach der nächsten Ratssitzung erfolgen.
Der rechtliche „Umweg“ über einen Trägerverein ist auch deshalb vorgesehen, weil damit möglicherweise eine Erstattung der Umsatzsteuer für die Baukosten des Platzes erreicht werden kann. Mit dieser Umsatzsteuererstattung soll eine Rücklage für die Erneuerung der Kunstrasenfläche gebildet werden, wenn diese in etwa 15 Jahren fällig wird.