„Für jeden Schüler zumutbar“
Die Andreas-Grundschule soll bis März 2011 in zwei Bauabschnitten grundlegend saniert werden. (Foto: Jüttemeier)Der Umzug samt Auslagerung von drei Klassen habe gut geklappt, dankte Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr allen Beteiligten. „Die Alternativen, die wir gefunden haben, sind für jeden Schüler zumutbar.“ Und: 14 Tage halte er als „mentale Vorbereitungsfrist“ für akzeptabel - vor allem, weil man für die ausgelagerten drei Klassen Räume in Schulnähe gefunden habe. Wenn die Verwaltung vorher über alle Zwischenstände informiert hätte, „macht man mehr Leute verrückt“, sagte der Bürgermeister.
Ähnlich argumentierte Thomas Brüggemann: „Es ist wenig sinnvoll, sämtliche Zwischenstände publik zu machen. Wir wollten erst eine Gesamtlösung haben“, erklärte er. Rückblickend skizzierte der Erste Beigeordnete den Zeitablauf zur Vorbereitung des Umzugs - vom Eintreffen des Bewilligungsbescheids über den 1,7-Millionen-Euro-Zuschuss (November 2009) und die Auftragsvergabe (Januar 2010) über die Besprechung der Baukommission, der Vertreter von Eltern Lehrern und Gemeindeverwaltung angehören, bis hin zu Überlegungen, Container aufzustellen oder vier Klassen nach Heiden auszulagern. Letztere Variante war wegen der Bedenken von Eltern und Lehrern wieder verworfen worden. Und: Als Elternvertreter vorschlugen, stattdessen Ausweich-Klassenzimmer in umliegenden Gebäuden (Heimathaus und Andreas-Kindergarten) zu suchen - auch um die Kosten für Container zu senken - habe die Verwaltung unverzüglich Gespräche mit Heimatverein und Kirchengemeinde geführt.
Zu Irritationen hatte offenbar eine Umfrage beigetragen, die laut Dr. Schulze Pellengahr auf eine Elterninitiative zurückging. Darin seien nicht alle Lösungsvarianten, sondern nur die Auslagerung nach Heiden oder die Unterbringung in Containern abgefragt worden. „Warum wurden dabei nicht alle Möglichkeiten genannt?“ wollte Michael Vens (UWG) wissen. Die Umfrage habe Erwartungen geschürt. Vens´ Kritik: „Die Informationspolitik gegenüber den Eltern war schlecht“. Dem hielt Schulze Pellengahr entgegen: Die Befragung sei nicht mit Verwaltung und Schulleitung abgestimmt worden, „sie kam nicht vom Rathaus.“
Als „nicht gut“ bezeichnete Günther Kremer dagegen die Informationspolitik von Lehrern, die Eltern erklärt hätten, dass sie von nichts wüssten. Der CDU-Fraktionschef betonte, dass die Ausweich-Quartiere für den vorübergehenden Unterricht durchaus geeignet seien. Von „unzumutbaren Zuständen“ könne keine Rede sein. „Den Weg der Verwaltung zu 100 Prozent nachvollziehen“ konnte sein Fraktionskollege Carsten Wendler. Auch SPD-Fraktions-Vorsitzender Engelbert Volks sah die jetzige Lösung als akzeptabel an. „Die Qualität des Unterrichts hängt nicht von einem grün oder weiß getünchten Raum ab.“
Ein anderes Vorgehen hätte sich dagegen Franz-Josef Schwers gewünscht: Der UWG-Fraktions-Vorsitzende plädierte dafür, die Beteiligten früher in die Überlegungen einzubeziehen.