CDU-Stadtverband Velen-Ramsdorf

Planungsstand der Biogasanlage Nordvelen erörtert

Zu einem Austausch über den Planungsstand in Bezug auf den Bau der Biogasanlage Münsterland am Standort Hülsebrock trafen sich Teile der CDU-Fraktion nun mit Velens Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr und mit Vertretern des WLV und der RWE Innogy. Ziel des von der CDU initiierten Gespräches war es dabei, den Planungsstand und die weiteren Schritte mit den Investoren zu erörtern. Im Fokus standen aber auch die Seitens der Bürgerinitiative gegenüber der CDU-Fraktion geäußerten Bedenken in Bezug auf die Anlage.
Dabei konnten Jörg Sümpelmann und Doris Nienhaus vom WLV und Tobias Graulich von der RWE Innogy in einigen Themenbereichen erste, von der BI geäußerte Bedenken entkräften. „Anders als vielfach angenommen werden beim Transport der Gülle von den Höfen nicht mehrere Höfe nacheinander angefahren, sondern stets nur ein Hof von den separierten Güllereststoffen befreit“, erklärte WLV Kreisgeschäftsführer Sümpelmann.  Hierdurch werde die Möglichkeit einer Übertragung von Krankheiten im Fall einer Seuche deutlich minimiert so Sümpelmann. Ebenso sei wissenschaftlich belegt, dass durch eine Biogasanlage mit nachgeschalteter Hygienisierung über die Hitze keine erhöhte Gefahr der Bildung von Keimen bestehe – Keime mögen keine Hitze (Link).

Hinsichtlich des zu erwartenden erhöhten Verkehrsaufkommens beim An- und Abtransport stellte Tobias Graulich von der RWE Innogy klar: „Es wird über den Tag verteilt LKW-Fahrten geben. Wir rechnen mit, etwa vier LKW pro Stunde.“ Auch hinsichtlich der Befürchtung einer etwaigen Umnutzung von einer Biogasanlage auf Basis der beinahe ausschließlicher Verwertung von Gülle zu einer Mais-Anlage konnte das Gespräch Klarheit schaffen: „Die Genehmigung der Anlage wird sich auf den Betrieb mit Gülle und einem geringen Anteil an Zwischenfrüchten erstrecken. Eine Umnutzung würde die beantrage Genehmigung nicht hergeben“, so Doris Nienhaus von der WLV Service GmbH.

Ein für die CDU-Fraktion besonders positiver Aspekt: Die WLV Service GmbH plant, ihr Labor von Ochtrup nach Velen an den Standort der Biogasanlage zu verlegen, sodass insgesamt rund 15 Arbeitsplätze im Zusammenhang mit der Anlage entstehen könnten.
 
Einen Aspekt den Bürgermeister Dr. Schulze Pellengahr nochmals verdeutlichte ist, dass anders als am ehemals geplanten Standtort in Südlohn das Gebiet in Nordvelen in den Festsetzungen des B-Plans hinsichtlich der Emissionen deutliche Grenzen setze, von denen die Gemeinde auch nicht abweichen wolle. „Daher brauchen wir mit den Investoren keine Vereinbarung über die Einhaltung von Emissionen zu schließen, wie es in Südlohn der Fall war, da diese bereits im geltenden Bebauungsplan festgesetzt worden sind“, so der Bürgermeister.

„Die CDU-Fraktion steht dem Projekt weiterhin positiv gegenüber. Sollte es zu einer Realisierung kommen, wird die CDU beantragen, dass die Gemeinde Velen auch Mitglied in der Betreibergesellschaft wird, um so nicht nur Standortgemeinde zu sein, sondern auch in der Gesellschaft ein Mitspracherecht zu haben“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Günther Kremer nach dem fast 3-stündigen Gespräch.  Von zentraler Bedeutung sei für die Christdemokraten dabei, sich weiter intensiv und auch kritisch mit dem Thema zu beschäftigen und auf Basis von Fakten über die Realisierung zu sprechen. „Wir halten nichts von Hysterie und Panikmache“, so Kremer weiter.

Zum Schluss des Gespräches vereinbarten beide Seiten, dass man sich weiter intensiv austauschen werde. Der WLV kündigte dabei an, nach dem Gesprächswunsch der Christdemokraten nun selbständig die andern Ratsfraktionen anzusprechen. Die CDU-Fraktion signalisierte, dass man sich nun erneut mit der BI an einen Tisch setzen wolle, um die gewonnen Erkenntnisse dort noch einmal zu besprechen.